KI? Wir doch nicht!
Die Antwort kommt sofort: „Nein.“ Ich hake nach. Vielleicht Übersetzungsdienste, Assistenzfunktionen oder bei Fachanwendungen? Wieder ein klares Nein: „Fragen Sie, wen Sie wollen. Wir haben derzeit keine KI im Einsatz.“
Also fragen. Einige Arbeitsplätze später beobachte ich eine Mitarbeiterin bei der Arbeit. Deutsch ist nicht ihre Muttersprache. Sie zieht ihr Smartphone aus der Tasche, spricht einige Sätze hinein, und wenige Sekunden später steht auf dem Display ein sauber formulierter deutscher Text für ihren Bericht. Das ist eine typische KI-Anwendung. Genial, weil einfach. Natürlich sind mindestens die KI-Verordnung und die DSGVO zu beachten.
„Machen Sie das öfter?“ Sie nickt. „Ja. Immer so. Sehr praktisch.“ Was diktieren Sie da? Können Patientendaten enthalten sein? Wohin gehen gesprochene Inhalte? Werden sie gespeichert oder irgendwo verarbeitet? Jetzt erfahre ich, dass es sich um ihr privates Smartphone handelt.
Geschützte Übersetzungs-App
Eigentlich schon Stoff für eine Datenschutzdiskussion. Die Frau erzählt: „Mein Mann ist indischer IT-Spezialist. Er hat mir dieselben Fragen gestellt wie Sie und auf die Leitungsebene verwiesen. Die wollen aber keine KI im Verwaltungsbereich einsetzen. Dann hat er auf meinem Smartphone einen Container so eingerichtet, dass Spracherkennung und Übersetzung lokal erfolgen und die Inhalte das Gerät nicht verlassen.“
Sie hatte auch versucht, das der IT-Abteilung im Unternehmen zu zeigen. Niemand wollte es sehen. Die Begründung: „Keine KI einsetzen, außerdem privates Handy. Dafür sind wir nicht zuständig.“
Fazit der Geschicht…
