31. Juli 2008 - Die zehn bekanntesten Spionage-Tools

Mit diesen Tools werden Sie bespitzelt (Teil 1)

In den letzten Jahren haben sich Computer und Smartphones für viele vom Arbeitsgerät und Spielplatz zu einem echten Lebensmittelpunkt gewandelt. Im gleichen Maße ist er aber auch undurchschaubarer geworden: Auf Festplatten mit mehreren hundert Gigabyte Speicherplatz fällt es niemandem auf, wenn sich nach und nach ein paar Kilo-, später ein paar Megabyte mit heimlich erstellten Screenshots sammeln. Dass auch Spionage-Pozesse selbst unentdeckt bleiben, dafür sorgen nicht nur Cyberkriminelle mit Rootkit-Technologie. Oftmals reichen schon kleine Software-Tools wie z.B. FlexySpy, um die begehrten Daten auszuspionieren.

Spion im Handy: Flexispy & Co. Spionagesoftware ist z.T. sogar kostenlos zu bekommen (Bild: PashaIgnatov / iStock / Thinkstock)

Im ersten Teil des Artikels stellen wir Ihnen zwei der wichtigsten Spionage-Tools vor: FlexiSpy und Free KGB Keylogger.

Spionage-Tool 1: FlexiSpy: Schnüffel-Software auf dem Handy

Eine heimtückische Spionage-Software für Mobiltelefone ist FlexiSpy. Die Software arbeitet auf Handys mit Symbian-Betriebssystem, Windows Mobile und dem Blackberry.

In der Pro-X-Version ermöglicht die Software sogar das Mithören von Telefonaten. Und das ist nicht bloß ein Gerücht: FlexiSpy gibt es ganz offiziell zu kaufen. Die leistungsfähigste Version kostet allerdings einen jährlichen Beitrag von 250 Euro, eine Light-Version ist ab 100 Euro jährlich zu bekommen.

FlexiSpy protokolliert verschickte und empfangene SMS sowie geführte Telefonate samt Rufnummer und Gesprächsdauer. Die gesammelten Informationen verschickt FlexiSpy anschließend an einen Server im Internet, wo der Spion sie mühelos abrufen kann.

Ein Mithören von Telefonaten ist möglich, wenn sich das ausspionierte Telefon für Konferenzschaltungen eignet. Der Spion wird bei Gesprächsbeginn durch das Tool heimlich per SMS informiert und kann sich dann, vom Telefonierenden unbemerkt, in die Konferenz einwählen und das Gespräch belauschen.

Das Handy als Wanze

Die Funktion „Spycall“ verwandelt das Handy in eine Wanze. Sie ermöglicht einen lautlosen Anruf mit automatischer Rufannahme – der Spion kann dann über das Handy-Mikrofon Gespräche und Umgebungsgeräusche seines Opfers belauschen.

Waren die ersten Versionen von FlexiSpy noch relativ leicht zu entlarven, haben die Entwickler sich inzwischen Mühe gegeben, FlexiSpy nach der Installation unsichtbar zu machen. Auf einigen Symbian-Handys findet sich im Programm-Manager immerhin ein Eintrag namens RBackupPRO – wenn Sie diesen Eintrag entdecken, können Sie sicher sein, dass Ihr Mobiltelefon mit FlexiSpy verseucht ist.

Ungewohnt hohe Telefonrechnungen können FlexiSpy enttarnen

Einen Hinweis liefert auch die Handyrechnung. Denn nach jedem Telefonat und jeder SMS muss sich FlexiSpy mit dem Internet verbinden, um die gesammelten Daten online verfügbar zu machen. Wenn Sie sonst selten oder nie das mobile Internet nutzen, fallen die regelmäßigen Verbindungen auf der Rechnung schnell ins Auge.
Download: www.flexispy.com. Die Seite stellt auch eine kostenlose Demoversion von FlexySpy zur Verfügung.

Spionage-Tool 2: Free KGB Keylogger

Keylogger sind Programme, die alle über die Tastatur gemachten Eingaben protokollieren und diese Daten anschließend an einen „Auftraggeber“ übermitteln. Das passiert komplett im Hintergrund, ohne dass der Anwender etwas bemerkt.

Auf den PC gelangen die Spionage-Tools über E-Mails, bösartige Webseiten, Trojaner und Viren. Allein das Ausführen einer schadhaften Datei genügt, und die Protokollierung der Tastaturanschläge beginnt.

Einer der bekanntesten Keylogger ist der „Free KGB Keylogger“, auch unter dem Namen „Refog Keylogger“ bekannt, der jeden Tastaturanschlag aufzeichnet und weiß, welche Webseite aufgerufen oder welches Programm gestartet wurde. Das gespeicherte Log-File wird automatisch verschlüsselt und kann nach HTML/XLS exportiert werden.

René Gelin
René Gelin war Redakteur, Projektleiter und Chefredakteur bekannter Computer- und Internet-Zeitschriften und ist seit mehr als zehn Jahren selbständiger Journalist. Er führt die Agentur TimeToPrint Publishing GmbH & Co. KG als Geschäftsführer.

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