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05. März 2021

Sichere Messengerdienste: Alternativen zu WhatsApp

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Sichere Messengerdienste: Alternativen zu WhatsApp
Bild: HStocks / iStock Editorial / Getty Images Plus
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Messengerdienste
Soll ich wegen des Zwangsupdates bei WhatsApp zu einem anderen Messengerdienst wechseln? Das fragen sich im Moment sehr viele Nutzer der weltweit beliebtesten Messenger-App. Bis Mitte Mai haben sie noch Zeit und können sich für eine der zahlreichen Alternativen entscheiden.

Rund zwei Milliarden Menschen weltweit verschicken jeden Tag ihre Text- und Sprachnachrichten, Fotos und Videos mit WhatsApp. Das Problem dabei: Seit 2014 gehört WhatsApp zum US-amerikanischen Facebook-Konzern, und viele Nutzer machen sich Sorgen um ihre Daten.

Datenkrake WhatsApp

IT-Experten, Datenschützer und Verbraucherschützer warnen egelmäßig davor, dass WhatsApp in großem Umfang Daten erfasst und diese an Facebook weitergibt.

Datenschützer warnen vor WhatsApp

Der Bundesdatenschutzbeauftragte (BfDI) Professor Ulrich Kelber betonte bereits im Mai 2020 in einem Rundschreiben, dass die Nutzung von WhatsApp für Bundesbehörden ausgeschlossen ist. Auch die Herausforderungen der Corona-Pandemie dürfe nicht dazu führen, dass offizielle Stellen den Datenschutz vernachlässigen.

Der BfDI geht davon aus, dass der Messenger schon beim Versand einer Nachricht in großem Umfang Metadaten – wie IP-Adresse, Standort und Uhrzeit – erfasst und sie an den Mutterkonzern Facebook weitergibt.

Verbraucherschützer klagen gegen WhatsApp

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat bereits Anfang 2017 wegen des Datenaustauschs zwischen WhatsApp und Facebook Klage gegen WhatsApp eingereicht.

Achtung
Zwangsupdate am 15. Mai

WhatsApp überarbeitet regelmäßig seine Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen. Daten- und Verbraucherschützer sprechen hier von „Zwangsupdates“, denn wer diesen nicht zustimmt, kann den Messenger nicht mehr nutzen. Aktueller Stichtag dafür ist der 15. Mai 2021.

Kostenlose Alternativen zu WhatsApp

Am Markt gibt es zahlreiche Alternativen zu WhatsApp für Android und iOS. Vor allem die kostenlosen Messenger-Dienste Telegram und Signal sind sehr gefragt.

Telegram

Die russische App Telegramm verzeichnen seit Anfang des Jahres immer mehr Nutzer n Deutschland.

Vorteile:

  • Hier finden Sie schnell bekannte Gesichter, denn viele sind bereits in Telegram aktiv.
  • Sie finden sich leicht zurecht, denn Telegram hat ein ähnliches Design wie WhatsApp.

Nachteile:

  • Die Chats sind nicht standardmäßig verschlüsselt. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung müssen Sie aktiv auswählen.
  • Telegram wird auch für die Verbreitung von Hetze und Verschwörungsideologien genutzt.

Signal

Die US-amerikanische App Signal der gemeinnützigen Signal-Stiftung ist bei deutschen Smartphone-Nutzern ebenfalls beliebt. Der Messenger ist sicher – so sicher, dass sogar der Whistleblower Edward Snowden Signal nutzt.

Vorteile:

  • Bei Signal haben Sie eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
  • Sie können Nachrichten auch nur für kurze Zeit sichtbar machen, danach werden diese automatisch gelöscht.

Nachteil:

  • Bei der Anmeldung müssen Sie Ihre Telefonnummer angeben.

Kostenpflichtige Alternative zu WhatsApp

Die kostenpflichtige App Threema aus der Schweiz gilt aktuell als einer der sichersten Messengerdienste.

Threema

Vorteile:

  • Bei der Anmeldung müssen Sie keine Telefonnummer angeben. Sie bekommen einen zufallsgenerierten Identifizierungscode.
  • Auch bei Threema haben Sie eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
  • Sie können zwischen verschiedenen Vertrauensstufen für Kontakte wählen. Freunde können Sie verifizieren, indem Sie Threema-QR-Codes mit Ihrem Smartphone scannen.

Nachteil:

  • Für Threema müssen Sie einmalig rund 4 Euro zahlen.
  • Wenn Sie das Handy wechseln, können Sie Ihre Nachrichten nicht auf das neue Gerät übertragen, sondern müssen das manuell machen.

Weitere Alternativen zu WhatsApp

Darüber hinaus können Sie auch andere Messengerdienste nutzen – zum Beispiel Element von Matrix, iMessage von Apple oder Wire. Eine Übersicht zur Datensicherheit, Komfort, Preis und Verbreitung hat Rechtsanwalt Alexander Golland auf Twitter veröffentlicht.

 

Übersicht WhatsApp-Alternativen von Rechtsanwalt Alexander Golland

Mit freundlicher Genehmigung: RA Alexander Golland | Zum Twitter-Profil: https://twitter.com/golland_privacy

Elke Zapf
Verfasst von
Elke Zapf
Elke Zapf

ist freiberufliche Kommunikationsexpertin und Journalistin. Ihre Schwerpunkte sind Wissenschaft, Forschung, nachhaltiger Tourismus und Datenschutz.

Sie hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Pressearbeit, Unternehmenskommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation.

Zehn Jahre leitete sie die Hochschulkommunikation der Technischen Hochschule Nürnberg und war Pressesprecherin der Hochschule. Davor leitete sie den Sachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Das journalistische Handwerkszeug lernte sie ganz klassisch bei einem Redaktionsvolontariat direkt nach dem Studium der Politischen Wissenschaften.

Kontakt:

https://www.zapf-kommunikation.de/

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