Microsoft integriert in Windows 11 23H2 und in den aktuellen Edge-Versionen verschiedene datenschutzrelevante Funktionen. Neben den ohnehin wichtigen Einstellungen im Bereich „Datenschutz und Sicherheit“ in Windows 11 sowie „Datenschutz, Suche und Dienste“ in Microsoft Edge spielen in den neuen Versionen KI-Funktionen eine wichtige Rolle. Dazu gehören z.B. Windows-Copilot in Windows 11 und bald auch in Windows 10 sowie Bing Chat und Bing Chat Enterprise in Microsoft Edge.
Microsoft setzt bei diesen Diensten auf die OpenAI-LLMs GPT-4 und Dall-E. Datenschutzbeauftragte und Administratoren sollten sich hier mit den Kontrollmöglichkeiten auseinandersetzen, um Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu vermeiden.
Windows-Copilot sendet Daten in die Cloud
Obwohl Copilot in der EU noch nicht offiziell verfügbar ist, hat Microsoft den Dienst bereits in Windows 11 installiert. Durch die Erstellung einer Verknüpfung mit dem Befehl „microsoft-edge:///?ux=copilot&tcp=1&source=taskbar“ startet Copilot auf aktuellen Windows-11-Systemen. Je nach Einstellung können Nutzer den Dienst also bereits einsetzen und damit unbewusst Geschäftsgeheimnisse des Unternehmens preisgeben sowie personenbezogene Daten in die Cloud schicken, wo sie unkontrolliert verarbeitet werden.
Verwenden Benutzer Copilot in Windows 11 und bald auch in Windows 10, sendet das Chatfenster in Windows die Daten in die Cloud zu Microsoft und schließlich zu OpenAI. Dies gilt auch, wenn interne Nutzer ChatGPT, Google Bard oder eine andere KI verwenden. Geben Nutzerinnen und Nutzer also sensible Informationen im Chatfenster ein, überträgt Windows diese nach außen in die Cloud. Genau das macht auch ChatGPT.
Windows-Copilot deaktivieren
Das ist datenschutzrechtlich für personenbezogene Daten ebenso relevant wie für sensible Unternehmensdaten. Denn OpenAI und Microsoft nutzen die gesendeten Daten zum Training der LLMs, auf denen die KI basiert. Es kann also sein, dass ein Nutzer eines anderen Unternehmens bei seiner Anfrage Antworten von der KI erhält, die auf Anfragen der Konkurrenz basieren. Das ist vielen Nutzern und Vorgesetzten nicht bewusst. Alle eingegebenen Daten landen in der Cloud und werden dort verarbeitet.

