Sie verwenden einen veralteten Browser. Um im Internet auch weiterhin sicher unterwegs zu sein, empfehlen wir ein Update.

Nutzen Sie z.B. eine aktuelle Version von Edge, Chrome oder Firefox

Auftragsverarbeitung

Bei einer Auftragsverarbeitung lässt ein Verantwortlicher personenbezogene Daten durch eine andere, externe Stelle verarbeiten. Er bestimmt allein über die Zwecke und Mittel und weist den Auftragsverarbeiter an, die Datenverarbeitung für ihn durchzuführen. Beispielsweise gelten viele Fälle des Outsourcings als Auftragsverarbeitung.

➜ Auftragsverarbeitung: Anforderungen und Beispiele

Berechtigte Interessen vs. Rechte betroffener Personen

Um Rechtsverstöße zu verhindern, prüfen viele Unternehmen, ob Kunden und Geschäftspartner auf einer Sanktionsliste aufgeführt sind. Dabei dürfen sie aber die datenschutzrechtlichen Vorgaben für die ­Datenabfrage nicht außer Acht lassen.

Einsatz künstlicher Intelligenz durch Dienstleister

In der Praxis zeigt sich zunehmend: Dienstleister ersetzen oder ergänzen eine bereits beauftragte Anwendung durch künstliche Intelligenz (KI). Damit entsteht die Frage, wie sich solche „untergeschobene“ KI für den Auftraggeber auswirkt.

DP+
Ist ein AVV eine Mission Impossible?
Bild: Metamedien
Bei Auftragsverarbeitungsverträgen (AVV) mehr Realitätsnähe wagen

In einem Seminar für Datenschutzbeauftragte ging es um Auftragsverarbeitungsverträge und, anhand von Klauseln aus echten Verträgen, deren Anforderungen. Bei denen haben sich sicher schon einige Datenschutzbeauftragte den Kopf zerbrochen, wie sich das alles realistisch und ohne Gewaltanwendung erfüllen lässt.

DP+
KI gleicht einem eifrigen Praktikanten: Sie kann, klare Anweisungen vorausgesetzt, einem DSB einfache Arbeiten abnehmen. Aber man kann nicht davon ausgehen, dass die Ergebnisse stets korrekt sind.
Bild: iStock.com/IMG visuals characters
KI für Datenschutzbeauftragte

Lange Verträge, aber wenig Zeit: KI kann Datenschutzbeauftragte bei der Prüfung erheblich entlasten. Aber nur, wenn man sie richtig verwendet: fünf Grundregeln für den sicheren, smarten Einsatz.

Lange Vertragstexte zu prüfen, kostet viel Zeit. Richtig eingesetzt, unterstützt KI die Vertragsprüfung effizient und zuverlässig. Damit Datenschutz und Qualität gewährleistet bleiben, zeigt unsere Checkliste die wichtigsten Punkte auf einen Blick.

DP+
Es ist zulässig, die Vorgaben der DSGVO so zu konkretisieren, dass ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung eher zugunsten des Auftraggebers oder des Auftragnehmers ausfällt
Bild: Bild: iStock.com/Suphachai Panyacharoen
Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)

Auftragsverarbeitung ist in der Praxis fest verankert. Für den Vertrag über eine Auftragsverarbeitung (AVV) gelten gesetzliche Vorgaben. In welchen Grenzen der AVV sich trotzdem auftraggeber- oder auftragnehmerfreundlich gestalten lässt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Auftragsverarbeitung mit künstlicher Intelligenz

Gefühlt hat man als DSB täglich mit dem Prüfen von Verträgen zur Auftragsverarbeitung zu tun. Dabei rückt das Thema „KI-Einsatz beim Auftragnehmer“ in den Vordergrund. Denn das eigene, beauftragende Unternehmen bleibt der Verantwortliche im Sinne der DSGVO.

Unternehmen müssen den Einsatz von KI bei Auftragsverarbeitern überprüfen.
Bild: Visual Generation / iStock / Getty Images Plus
Vorsicht Risiko

Mit den neuen Vorgaben der KI-Verordnung wird klar: Unternehmen müssen den Umgang mit KI nicht nur beherrschen, sondern auch verantwortungsvoll gestalten. Was bedeutet das für Mitarbeitende, Anbieter, Betreiber – und für alle, die externe Dienstleister einsetzen?

Datenaustausch im Konzern

Der konzerninterne Austausch personenbezogener Daten gilt häufig noch als datenschutzrechtlich heikel und mit erheblichem Aufwand verbunden. Das muss nicht so sein: Ein Intercompany Agreement (ICA) schafft eine belastbare rechtliche Grundlage für die Datenübermittlung – gestützt auf bereits vorhandene Governance-Strukturen.

Zusammenarbeit mit Auftragsverarbeitern leicht gemacht

Viele Unternehmen bestehen darauf, für die Zusammenarbeit mit Auftragsverarbeitern ihre eigens entwickelten Vorlagen zu verwenden. Das kann die Prüfung für Datenschutzbeauftragte (DSB) sehr mühsam machen. Welche Inhalte gehören in einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AV)? Welche sind zwingend, welche sind „nice to have“? Was bedeuten die einzelnen Themen und Bereiche? Legen Sie diese Checkliste einfach neben einen zu prüfenden Vertrag und haken Sie ab, ob er alle Bereiche ausreichend erfüllt.

1 von 4
1 von 4

Die Auftragsverarbeitung ist abzugrenzen von der gemeinsamen Verantwortung (Art. 26 DSGVO), bei der die Beteiligten gemeinsam über die Zwecke und Mittel der Datenverarbeitung bestimmen.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung zur Auftragsverarbeitung

  • Art. 28 DSGVO (Auftragsverarbeiter)
  • Erwägungsgrund 81 der DSGVO

Wann liegt eine Auftragsverarbeitung vor?

Eine Auftragsverarbeitung liegt vor, wenn alle der nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Auftraggeber und Auftragnehmer sind zwei unterschiedliche Stellen (juristische oder natürliche Personen). Keinerlei Rolle spielt, ob sie dem gleichen Konzern oder Unternehmensverbund angehören.
  2. Auftragnehmer und Auftraggeber tauschen personenbezogene Daten aus.
  3. Der Dienstleister verarbeitet personenbezogene Daten im Auftrag und auf Weisung des Auftraggebers. Er besitzt kein Mitspracherecht über den Zweck der Datenverarbeitung. Er arbeitet somit nicht aus einem Eigeninteresse mit den Daten, sondern um die ihm übertragenen Aufgaben bzw. den abgeschlossenen Vertrag zu erfüllen. Er handelt insofern nur als „verlängerter Arm“ des Auftraggebers.
  4. Der Dienstleister ist weisungsgebunden in Bezug auf die Datenbearbeitung. Der Auftraggeber darf dem Dienstleister vorschreiben, wie er mit den personenbezogenen Daten umzugehen hat.

Beispiel: Folgende Unternehmen handeln oft als Auftragsverarbeiter

  • Callcenter
  • Aktenvernichter
  • Dienstleister zur Berechnung und Auszahlung von Gehältern
  • Schreibbüro
  • Lettershop
  • Archivierungsdienstleister
  • externe Systemadministratoren
  • externe Firmen für die Wartung und Fernwartung von EDV-Geräten

Keine Auftragsverarbeitung liegt üblicherweise vor bei

  • Steuerberatern, denen die Buchführung zur selbstständigen und „bestmöglichen“ Erledigung übertragen wird
  • Rechtsanwälten, die die Interessen ihrer Auftraggeber selbstständig wahrnehmen
  • Marktanalysen durch eine Marketingfirma unter deren eigener Regie

Liegt keine Auftragsverarbeitung vor, kommt nicht Art. 28 DSGVO, sondern die allgemeinen Vorschriften der DSGVO zur Anwendung.

Insbesondere muss dann geprüft werden, ob es Rechtsgrundlagen gibt, die eine Übermittlung und Verwendung der Daten gestatten. Im Fall einer Auftragsverarbeitung ergibt sich die Rechtsgrundlage dagegen direkt aus Art. 28 DSGVO.

Anforderungen an eine Auftragsverarbeitung

Liegt eine Auftragsverarbeitung vor, muss der Verantwortliche (Auftraggeber) Folgendes berücksichtigen:

Zum einen darf er nur Auftragsverarbeiter (Auftragnehmer) auswählen, die die Anforderungen der Datenschutzgesetze kennen und sich daran halten (vgl. Art. 28 Abs. 1 DSGVO).

Die Arbeiten müssen auf Grundlage eines Vertrags erfolgen. Der Vertrag muss festlegen (Art. 28 Abs. 3 DSGVO):

  • Gegenstand und Dauer der Verarbeitung
  • Art und Zweck der Datenverarbeitung
  • Arten der personenbezogenen Daten und Kategorien der betroffenen Personen
  • Rechte und Pflichten des Verantwortlichen
  • Dokumentationspflicht aller Weisungen des Verantwortlichen
  • Pflicht zur Vertraulichkeit und Verschwiegenheit der Bearbeiter des Auftragsverarbeiters
  • Der Auftragsverarbeiter muss angemessene technische und organisatorische Maßnahmen zur Datensicherheit gemäß Art. 32 DSGVO ergreifen.
  • Subunternehmer muss der Auftragsverarbeiter genehmigen lassen oder konkret auf ihre Einschaltung hinweisen, damit der Auftraggeber widersprechen kann. Vertraglich müssen für Subunternehmer dieselben Vorgaben gelten wie zwischen den Haupt-Vertragsparteien.
  • Unterstützung des Verantwortlichen bei der Erfüllung der Betroffenenrechte
  • Unterstützung des Verantwortlichen bei Maßnahmen nach Art. 32–36 DSGVO (Datensicherheit, Meldepflicht bei Datenpannen, Datenschutz-Folgenabschätzung und vorherige Konsultation)
  • Regelung zur Rückgabe oder Löschung der Daten nach Vertragsbeendigung
  • Ermöglichung von Überprüfungen und Inspektionen sowie Anzeigepflicht bei rechtswidrigen Weisungen

Der Vertrag kann schriftlich oder elektronisch abgeschlossen werden (Art. 28 Abs. 9 DSGVO).

EU-Kommission und Aufsichtsbehörden können Musterverträge veröffentlichen, in denen die oben genannten Anforderungen enthalten sind (Art. 28 Abs. 7 und 8 DSGVO).

Folgen einer Auftragsverarbeitung

Liegt eine Auftragsverarbeitung vor, bedeutet das unter anderem:

  • Es ist keine gesonderte Rechtsgrundlage für die Datenübermittlung und die weitere Datenverarbeitung erforderlich.
  • Bei Mängeln oder Verstößen haften der Verantwortliche (Auftraggeber) und der Auftragsverarbeiter unmittelbar und gesamtschuldnerisch (Art. 82 DSGVO) – dies stellt eine Änderung dar gegenüber der früheren Rechtslage vor Inkrafttreten der DSGVO.
  • Dass der Verantwortliche (Auftraggeber) den Auftragsverarbeiter kontrollieren muss, ergibt sich aus den allgemeinen Vorschriften: So wie er ein Kontrollsystem für seine gesamte Datenverarbeitung besitzen muss, muss er auch seine Dienstleister kontrollieren und dies nachweisen können (Rechenschaftspflicht in Art. 5 Abs. 2 DSGVO).

Geldbußen

Die Aufsichtsbehörde kann Geldbußen verhängen, wenn zwar eine Auftragsverarbeitung vorliegt, aber kein oder nur ein fehlerhafter Auftrag.

Die Geldbuße kann maximal 10 Mio. EUR betragen – oder 2 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes, falls dieser Betrag höher ist (Art. 83 Abs. 4 Buchstabe a DSGVO).

Mustervorlagen

Orientierungshilfen, Checklisten und Mustervorlagen können Sie bei folgenden Stellen abrufen:

Datenschutz PRAXIS - Der Podcast
Vielen Dank! Ihr Kommentar muss noch redaktionell geprüft werden, bevor wir ihn veröffentlichen können.