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05. Januar 2026

Autoaufkleber „Baby on Board“

Baby-on-board-Schilder können Kriminellen Türen öffenen.
Bild: Michael Herm / iStock / Getty Images Plus
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„Woher wissen die das?“
Immer wieder liest oder hört man in den Medien von Betrugsversuchen: dem bekannten Enkeltrick, einer angeblich neuen Handynummer per WhatsApp oder den zahllosen weiteren Varianten des Missbrauchs persönlicher Daten. Viele nehmen solche Fälle zur Kenntnis, schütteln vielleicht noch den Kopf über die Leichtgläubigkeit der Opfer – und sind überzeugt, selbst niemals darauf hereinzufallen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine spontane Umfrage unter IT-Experten: Alle gaben zu, bereits einmal Opfer einer Betrugsmasche geworden zu sein. Wenn also selbst Fachleute nicht völlig geschützt sind, wie sollen sich dann Menschen ohne technisches Wissen oder regelmäßige Sensibilisierung schützen?

Oft wäre schon viel gewonnen, wenn wir sorgsamer mit persönlichen oder personenbezogenen Informationen umgehen würden. Die meisten denken dabei an Angaben und Posts in Social Media wie Facebook, Instagram oder TikTok. Doch auch im Alltag geben wir mehr preis, als uns vielleicht bewusst ist. Viele tragen die Namen und Geburtstage ihrer Kinder als sichtbares Tattoo oder präsentieren stolz entsprechende Motive auf Kleidung, Schmuck oder Accessoires. Damit möchten sie nichts Böses – aber sie liefern Unbekannten potenziell wertvolle Informationen.

Noch einfacher machen es Autoaufkleber wie „Baby on Bord“, die häufig nicht nur einen Hinweis auf den Nachwuchs, sondern sogar Namen und Symbole (wie z. B. das Geschlecht) enthalten. Auch hier handeln die Eltern selbstverständlich ohne schlechte Absicht. Doch für Personen mit kriminellen Zielen können solche Details ein idealer Ausgangspunkt sein.

Beispiel: Jeden Morgen bringt Renate ihren Sohn Pascal im roten Auto zur Schule. Auf dem Heck klebt ein Aufkleber: „Pascal fährt mit“, ergänzt durch eine Kindergrafik.

Ein Täter benötigt nun nur noch zwei zusätzliche Informationen: wo und wann. Die nächstgelegene Schule oder Betreuungseinrichtung lässt sich in Sekunden online recherchieren. Schul- und Kindergartenzeiten sind allgemein bekannt. Damit weiß die Person genau, zu welchem Zeitpunkt sie das entsprechende Auto beobachten muss.

Nach kurzer Beobachtung lässt sich die tägliche Routine leicht erkennen. Kennt der Täter nun Name, Fahrzeug und Ablauf, reicht ein gezielter Satz wie: „Hallo Pascal. Deine Mama hat dich doch heute zur Schule gefahren. Ich soll dich abholen – euer rotes Auto hat eine Panne, und sie hat mich darum gebeten.“

Wie viele Kinder würden bei so vielen scheinbar vertrauten Informationen leider nicht misstrauisch werden? Und damit sind wir wieder bei der Eingangsfrage: „woher wissen die das?“

Die Antwort lautet häufig: weil wir es ihnen selbst verraten.
Ein bewussterer Umgang mit persönlichen Informationen – auch im Alltag – erschwert es Kriminellen erheblich, solche Situationen auszunutzen und schützt uns vor diversen Betrugsmaschen.

Thomas Hug

Thomas Hug
Verfasst von
DP
Thomas Hug
Thomas Hug ist externer Datenschutzbeauftragter und arbeitet bei der IDKOM Networks GmbH.

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