Sie verwenden einen veralteten Browser. Um im Internet auch weiterhin sicher unterwegs zu sein, empfehlen wir ein Update.

Nutzen Sie z.B. eine aktuelle Version von Edge, Chrome oder Firefox

26. März 2026

Wenn vermeintlich sicher gelagertes Altpapier eigene Wege geht

DP+
Wenn vermeintlich sicher gelagertes Altpapier eigene Wege geht
Bild: Metamedien
0,00 (0)
Klassiker Aktenvernichtung
Größere Organisationen haben oft einen Standardprozess, um Altpapier sicher zu entsorgen. Es wird in Büros, der Verwaltung oder – wie hier in einer Klinik – auf den Stationen unter Beachtung der Sicherheit gesammelt. Es wird im Keller in Containern, oft noch lose, aufbewahrt und bei einer vorgegebenen Menge mit einer Ballenpresse gepresst. Die Ballen werden zwischengelagert und bei Bedarf durch Entsorger abgeholt. Dort erfolgt die datenschutzkonforme Vernichtung, vertraglich geregelt und geprüft. Da kann doch nichts schiefgehen!

Davon ist Hausmeister Sammelig überzeugt. Er ist stolz auf seine Ordnung. Alte Personal- und Patientenakten, Kopien, Auswertungen – alles landet zuverlässig in der Presse. „Hier kommt niemand rein“, sagt er, „und das hier interessiert keinen mehr.“ Er hat nicht mit Kollegen Bösmann gerechnet. Der vermutet, dass Sammelig nicht ganz unschuldig daran war, dass ihm sein optimal gelegener Parkplatz entzogen wurde.

Bösmann weiß, dass erst gesammelt, dann gepresst wird. Er öffnet unbeobachtet den Container und zieht Blätter heraus. Namen, Diagnosen, Patientenakten – alles gut lesbar. Er fotografiert einige Seiten mit dem Smartphone.

„Schlampiger Datenschutz“

Wenige Wochen später meldet sich die Aufsichtsbehörde. Kurz darauf stellt eine Redaktion Fragen. Und im Netz tauchen nachträglich anonymisierte Dokumente auf – als „Beleg für schlampigen Datenschutz“.

Ratlosigkeit im Klinikum. Pressen und fachgerechtes Entsorgen hielten alle für risikolos. Wer konnte die Daten mitnehmen? Tatsache ist: Pressen ist vorbereitende Logistik, keine datenschutzkonforme Aktenvernichtung. Die Alternative ist weder kompliziert noch teuer: Datenschutzpapier getrennt und isoliert sammeln, abschließbare Sicherheitsbehälter, Vernichtung nach DIN 66399 durch zertifizierte Dienstleister. Ohne geeignete Schutzmaßnahmen reicht eine verärgerte Person, um aus „interessiert doch keinen“ einen meldepflichtigen Datenschutzvorfall zu machen.

Eberhard Häcker

Eberhard Häcker
+

Weiterlesen mit Abo

Basic 299 € pro Jahr

1 Online-Zugang
12 PDF-Ausgaben pro Jahr inklusive
Zugriff auf alle Ausgaben und DP+ Arbeitshilfen

Perfekt für alle internen oder externen Datenschutzbeauftragten und Datenschutzkoordinatoren, die im Homeoffice oder mobil arbeiten.

Pro 333,95 € pro Jahr
TOP SELLER

1 Online-Zugang
12 Hefte + 12 PDF-Ausgaben pro Jahr inkl. Versand
Zugriff auf alle Ausgaben und DP+ Arbeitshilfen

Perfekt für alle internen oder externen Datenschutzbeauftragten und Datenschutzkoordinatoren, die im Homeoffice oder mobil arbeiten.

Verfasst von
Eberhard Häcker
Eberhard Häcker
Eberhard Häcker ist seit vielen Jahren als externer Datenschutz­beauftragter tätig. Seit 2005 ist Eberhard Häcker selbstständig mit Schwerpunkt Datenschutzberatung.
Vielen Dank! Ihr Kommentar muss noch redaktionell geprüft werden, bevor wir ihn veröffentlichen können.