Um diese neuen Risiken zuverlässig einzuordnen und angemessen zu priorisieren, benötigen Sicherheitsteams klare Orientierungsrahmen. Eine der international anerkanntesten Instanzen in diesem Bereich ist das Open Worldwide Application Security Project (OWASP). Die gemeinnützige Organisation entwickelt seit vielen Jahren frei zugängliche Standards, Leitfäden und Best Practices für die Anwendungssicherheit und genießt weit über die IT-Sicherheitsbranche hinaus hohe Anerkennung.
Besonders etabliert sind die OWASP Top Ten. Sie definieren regelmäßig zentrale Risikoquellen verschiedener Anwendungskategorien. So bilden sie eine verlässliche Grundlage für Sicherheitsentscheidungen.
Mit den OWASP Top Ten für LLM-Anwendungen (Large Language Model, großes KI-Sprachmodell) steht ein strukturierter Risikokatalog zur Verfügung, der die sicherheitsrelevanten Schwachstellen moderner KI-Systeme systematisch beschreibt und verständlich einordnet (siehe https://ogy.de/v79u). Die Einordnung der Bedrohungen anhand dieses Rahmenwerks zeigt, dass LLM-bezogene Risiken nicht als isolierte Einzelphänomene auftreten. Vielmehr spiegeln sie wiederkehrende Muster wider. Diese entstehen aus der Architektur der Modelle, ihrer Funktionsweise und ihrer engen Verzahnung mit komplexen Unternehmenssystemen.