Praxisbericht
/ 28. Mai 2026

So schnell wird Datenschutz zum echten Notfall

Als Datenschutzbeauftragter (DSB) eines Klinikums war ich einmal im Monat vor Ort. Die Abläufe waren eingespielt: Das Hotel in der Nähe war gebucht, die Termine für das ganze Jahr abgestimmt. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt.

Die Begehungen waren stets produktiv. Festgestellte Mängel waren zügig behoben. Die Verwaltungsleitung zeigte sich kooperativ. Wir verbesserten etwa den Ablauf der nächtlichen Notfalleinweisungen. Dafür hielt das Klinikum mehrere Zimmer bereit. Sie waren zwar selten alle belegt, mussten aber verfügbar sein. Geklärt war, was ein Notfall ist. Freie Zimmer ließen sich anders nutzen, etwa wenn ein Kollege aus der Klinikgruppe für eine dringende Aufgabe anreisen musste und kein Hotelzimmer bekam. Echte Notfälle hatten jedoch immer Vorrang.

Kein Hotelzimmer weit und breit

Eines Abends kam ich wie gewohnt im Hotel an. Der Portier begrüßte mich freundlich, aber mit sichtlicher Überraschung: „Ach, Sie sind heute in der Stadt? Schön, dass Sie mich besuchen!“ Was war geschehen? Trotz bestätigter Reservierung war mein Zimmer nicht verfügbar. Und weil ausgerechnet an diesem Abend ein größeres Fußballspiel stattfand, bekam ich in der ganzen Stadt keinen Ersatz mehr. Das nächste freie Hotelbett lag rund 80 Kilometer entfernt.

Ich informierte das Klinikum, dass ich am nächsten Morgen wohl später eintreffen würde. Man bot mir an, in einem der freien Notfallzimmer zu übernachten. Datenschutz sei wichtig.

„Sie sind schon da?“

Ich nahm das Angebot gegen Kostenerstattung gern an, unter der Prämisse, dass echte Notfälle jederzeit Vorrang haben. Die damit einhergehende ungeplante nächtliche Begehung mit entsprechenden Findings fand ich außerdem sehr reizvoll.

Am nächsten Morgen war die Überraschung groß: „Wie, Sie sind schon da?“ Die Geschichte war schnell erzählt. Ebenso schnell w…

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