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News
14. Dezember 2021

Provider und Datenschützer streiten über Weitergabe von Vertragsdaten

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Mobilfunkanbieter geben Vertragsdaten Ihrer Kunden oftmals ohne Einwilligung weiter. BfDI Ulrich Kelber fordert nun die Zustimmung der Kunden.
Bild: ViewApart / iStock / Getty Images Plus
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Mobilfunkanbieter
Dürfen Mobilfunkanbieter die Vertragsdaten ihrer Kunden ohne deren Einwilligung an die Schufa weiterleiten? „Nein“, sagt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Er will das gängige Verfahren nicht länger hinnehmen – und ein heftiger Streit bahnt sich an.

Provider geben Kundendaten weiter

Es ist gängige Praxis: Provider geben Handyvertragsdaten ihrer Kunden ohne deren Einwilligung an Auskunfteien wie die Schufa weiter.

VATM sieht sinnvolle Datenverarbeitung

„Diese Datenverarbeitung auf Basis der Interessensabwägung ist weiterhin sinnvoll und erforderlich“, erklärte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) gegenüber dem IT-Newsportal golem.

VATM spricht vom „Interesse der Verbraucher“

Der VATM vertritt Provider wie Vodafone oder Telefónica und sagt, die Unternehmen hätten berechtigte Interessen, welche die „Rechte der Betroffenen überwiegen“.

Die Datenweitergabe erfolge auch im Interesse der Verbraucher, „die von günstigen Mobilfunkverträgen profitieren wollen“.

Nur bestimmte Verträge sind betroffen

Der Verband betont zudem, dass Provider die Kundendaten nur dann weitergeben, wenn es um ein kreditorisches Risiko gehe.

„Hier geht es zum Beispiel darum, dass die Anbieter bei der Finanzierung eines Handys in finanzielle Vorleistung gehen oder bei Vertragsanfragen ein Betrugsrisiko prüfen“, erklärte der VATM gegenüber golem.

Datenschutzkonferenz ist gegen Verarbeitung von Positivdaten

Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) bewertet den Sachverhalt völlig anders.

Am 22. September verabschiedete sie den Beschluss zur „Verarbeitung von Positivdaten von Privatpersonen aus Verträgen über Mobilfunkdienste und Dauerhandelskonten durch Auskunfteien“.

Positivdaten dürfen nicht übermittelt werden

Zu den sogenannten „Positivdaten“ gehören Name, Geburtsdatum, Adresse, Vertragsart, Vertragsbeginn und Vertragsende.

Diese persönlichen Daten dürfen laut Beschluss der DSK nicht an Auskunfteien weitergegeben werden. Es bestehe kein „berechtigtes Interesse“ nach Artikel 6 der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Kelber fordert Einwilligung

Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Prof. Dr. Ulrich Kelber fordert die Zustimmung der Kunden vor der Weitergabe ihrer Daten.

Mobilfunkanbieter prüfen Alternativen

Inzwischen prüfen einige Provider – wie die Telekom und Vodafone – laut eigenen Angaben Alternativen zur bisherigen Praxis.

„Wir arbeiten aktuell an einer alternativen Lösung auf Basis einer Einwilligung und stehen dafür in Kontakt mit den Auskunfteien und dem Verband VATM“, sagte die Telekom auf Anfrage von golem.

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Elke Zapf

Elke Zapf
Verfasst von
Elke Zapf
Elke Zapf
ist freiberufliche Kommunikationsexpertin und Journalistin. Ihre Schwerpunkte sind Wissenschaft, Forschung, nachhaltiger Tourismus und Datenschutz. Kontakt:

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