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30. November 2021

Kostenlose Tools für mehr Datenschutz in Windows

O&O ShutUp 10++ bremst Windows 10 und Windows 11 beim Schnüffeln aus
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Technische Maßnahmen
Um den Datenschutz in Windows selbst und bei der Arbeit mit dem System zu verbessern, stehen verschiedene kostenlose Tools zur Verfügung. Mit diesen Werkzeugen lassen sich z.B. Daten einfach verschlüsseln.

Windows 10 und Windows 11 sind bezüglich des Datenschutzes sicher nicht optimal aufgestellt. Es gibt jedoch Möglichkeiten, mit Zusatztools für Verbesserungen zu sorgen. Die hier vorgestellten Werkzeuge sind für den Büroarbeitsplatz und das Homeoffice, aber v.a. auch für den privaten Einsatz gedacht. Zentral steuern lassen sie sich nämlich nicht. Doch Administratoren können einiges skripten.

Vor dem Installieren und Ändern: Daten und Einstellungen sichern

Generell gilt: Idealerweise sichern Sie vor den Änderungen das System und dokumentieren unbedingt alle Anpassungen. Windows kann automatisch Systemwiederherstellungspunkte erstellen, wenn Änderungen stattfinden. Dadurch lassen sich die Änderungen bei Problemen rückgängig machen. Die Einstellungen dazu finden sich in Windows 10 und Windows 11 über die Eingabe von „sysdm.cpl“ auf der Registerkarte „Computerschutz“.

Für das Laufwerk C: sollte mit „Konfigurieren“ die Option „Computerschutz aktivieren“ gesetzt werden. Wiederherstellungen zu bestimmten Systemwiederherstellungspunkten lassen sich mit dem Tool „rstrui.exe“ durchführen.

Schnüffelei in Windows 10 und Windows 11 unterbinden: O&O ShutUp und W10Privacy

Bevor Tools zum Einsatz kommen, die den Datenschutz in Windows verbessern, ist es sinnvoll, das Betriebssystem selbst zu optimieren. Das bekannte Tool O&O ShutUp, das bereits in Windows 10 die Datenschnüffelei von Microsoft weitgehend unterbindet, gibt es auch in einer Version für Windows 11.

Mit „O&O ShutUp10++“ (www.oo-software.com/de/shutup10) lassen sich mit wenigen Klicks die schlimmsten Spionagefunktionen in Windows 10 und Windows 11 abschalten.

Erfreulich ist, dass das Tool aus einer einzelnen Datei besteht und nicht installiert werden muss. Alle Einstellungen lassen sich dadurch schnell und einfach auf die empfohlene Konfiguration setzen. Die Änderungen können Sie jederzeit rückgängig machen.

Über den Menüpunkt „Aktionen“ können Anwender alle empfohlenen Einstellungen umsetzen, aber auch noch weiter gehen und alle Einstellungen des Tools aktivieren, die den Datenschutz betreffen. Mit Schiebereglern lassen sich verschiedene Einstellungen auch manuell aktivieren oder deaktivieren. Die empfohlenen Einstellungen verbessern den Datenschutz schon deutlich.

Eine Alternative zu O&O ShutUp10 ist das Tool „W10Privacy“ (www.w10privacy.de). Auch W10Privacy muss nicht installiert werden. Der Installationsassistent stellt bei „Installations-Modus“ die Option „Portable Installation“ zur Verfügung. In diesem Fall wird das Tool nur extrahiert. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Datenschutz in Windows 10 zu verbessern. Wer Windows 11 nutzt, sollte allerdings auf eine kompatible Version für das neue Betriebssystem warten.

Spionageprogramme von Drittanbietern entfernen: AdwCleaner

Nicht nur Microsoft spioniert die Anwender aus. Viele andere Softwarehersteller installieren mit ihren Anwendungen ebenfalls Spionagefunktionen. Das kostenlose Tool AdwCleaner von Malwarebytes scannt Windows nach Spionagetools, Browser-Hijackern und anderen Schädlingen (https://de.malwarebytes.com/adwcleaner).

AdwCleaner müssen Sie nicht installieren. Direkt nach dem Start durchsucht das Tool mit „Jetzt scannen“ Windows. Nach dem Suchvorgang sehen Sie eine Liste der gefundenen Spionagefunktionen. Mit „In Quarantäne verschieben“ bereinigt
AdwCleaner das System.

Schutz vor Ransomware: Kasperskys Anti-Ransomware-Tool

Per erfolgreich eingeschleuster Ransomware übernehmen Kriminelle die Kontrolle über alle Daten, die sich in einem Netzwerk befinden. Mit dem kostenlosen Kasperskys Anti-Ransomware-Tool erhalten Computer einen zusätzlichen Schutz vor Ransomware (www.kaspersky.com/anti-ransomware-tool). Das Tool ersetzt keinesfalls einen Virenscanner, sondern ergänzt die Scanner um Sicherheitsfunktionen für Windows gegen Ransomware. Nach der Installation bindet sich das Tool in Windows ein.

Ist in Windows bereits der überwachte Ordner-Zugriff aktiv, blockiert er das Tool. In diesem Fall muss die IT in der Einstellungs-App von Windows 10/11 bei „Datenschutz & Sicherheit“ über „Windows-Sicherheit“ bei „Ransomware-Schutz“ mit „Ransomware-Schutz verwalten“ und „Blockierungsverlauf“ das Tool von Kaspersky zulassen.

Um das Tool zu verwenden, ist eine kostenlose Registrierung bei Kaspersky notwendig. Wer das nicht will, muss keine echten Daten eintragen, das Tool muss nicht freigeschaltet werden.

Bei allen vorgestellten Tools heißt es übrigens, auf die Lizenzbedingungen zu achten. Nicht jedes ist auch für den Einsatz im geschäftlichen Umfeld kostenlos.

Daten sicher löschen: Secure Eraser & Co.

Wer Dateien in Windows einfach nur löscht, verhindert nicht, dass sie sich wiederherstellen lassen. Wer Daten sicher löschen will, kann auf das Bordmittel-Tool „Cipher“ – erreichbar über die Befehlszeile – setzen. Cipher gehört zum Lieferumfang aller Windows-Versionen. Über den Befehl „cipher /w:<Ordner oder Datei>“ löscht es den Ordner oder die entsprechende Datei und überschreibt anschließend mehrmals den ehemaligen Speicherplatz.

Ein bekanntes Tool für das sichere Löschen ist Secure Eraser (www.ascomp.de, nur für Privatanwender kostenlos). Eine Alternative ist das kostenlose Tool „Sicher Löschen“ (www.softwareok.de/?Microsoft/SicherLoeschen), mit dem sich auch ohne Installation einzelne Dateien sicher löschen lassen. Dazu rufen Sie das Tool auf und ziehen die Dateien per Drag&Drop in die Oberfläche des Programms.

Wer ganze Festplatten löschen will, kann den PC mit einer Live-CD booten und über das System zuverlässig alle Daten löschen. Am besten geeignet dazu ist die Ultimate-Boot-CD (www.ultimatebootcd.com). Um alle Daten zu entfernen, bietet es sich an, z.B. das Tool „CopyWipe“ auf der Ultimate-Boot-CD zu verwenden.

Daten mit Tru Pax verschlüsseln

Um Daten in Windows zu verschlüsseln, gehört VeraCrypt (ehemals TrueCrypt) zu den bekanntesten Tools. Allerdings ist die Lösung komplex in der Bedienung. Das kostenlose „Tru Pax“ (http://ulrichhanke.de/10/TruPax.html) erstellt Vera-Crypt-kompatible Container mit wenigen Mausklicks. Damit lassen sich auch Dateien verschlüsselt auf USB-Sticks speichern.

USB-Sticks mit SecureStick ­verschlüsseln

Geht es um die Verschlüsselung von USB-Sticks, stellt Microsoft in Windows 10/11 zwar Bitlocker to Go zur Verfügung. Doch nicht jeder möchte auf die Microsoft-Lösung setzen. Das – für Privatanwender – kostenlose Tool SecureStick (www.withopf.com/tools/securstick) kann ebenfalls USB-Sticks verschlüsseln. Der Vorteil des Tools ist, dass es einfach zu bedienen ist.

Thomas Joos

Thomas Joos
Verfasst von
DP
Thomas Joos
Thomas Joos ist freiberuflicher Autor und Journalist mit Schwerpunkt Microsoft und hat über 20 Jahren Berufserfahrung als IT-Consultant und Trainer.
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