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News
14. April 2022

Klage gegen Google: Tricks bei Cookie-Bannern

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Google macht es dem Nutzer mit gestalterischen Tricks schwer, Cookies abzulehnen. Die Verbraucherzentrale NRW klagt.
Bild: ArtemSam / iStock / Getty Images Plus
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Verbraucherschutz
Verleitet Google seine Nutzer dazu, möglichst schnell alle Cookies zu akzeptieren und damit persönliche Daten preiszugeben? Ja, sagt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) – und hat deshalb vor dem Landgericht Berlin Klage gegen das US-amerikanische Technologieunternehmen eingereicht.
Warum gibt es Cookie-Banner?

Eigentlich sollen Cookie-Banner den Verbrauchern zeigen, welche persönlichen Informationen verarbeitet werden, wenn sie eine bestimmte Webseite nutzen. Bestens informiert können die Nutzer dann ihre Zustimmung erteilen oder ablehnen.

Wie tricksen Google und Co.?

Doch Google – die „meistgenutzte Suchmaschine in Deutschland“ – verleitet „mit gestalterischen Tricks“ die Nutzer „zur umfassenden Preisgabe von Daten“. Das kritisiert die Verbraucherzentrale NRW in einer News und erklärt die Taktik des Konzerns:

  • Besucher müssen „nur einmal klicken, um den Cookies zuzustimmen“.
  • Die Ablehnung einer Verarbeitung „ist erheblich aufwändiger als die Erteilung einer umfassenden Zustimmung.“ Hier müssten die Nutzer „erst auf eine zweite Ebene des Banners wechseln“ und „mindestens drei verschiedene Kategorien von Cookies einzeln“ ablehnen.

Warum setzt Google auf diese Taktik?

Mit dieser Taktik, die als Dark Patterns bezeichnet wird, will Google – laut Verbraucherzentrale NRW – an möglichst viele persönliche Informationen der Nutzer gelangen und die Daten sammeln und verarbeiten.

Daraus kann Google „dann Rückschlüsse“ ziehen, heißt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale NRW. Zum Beispiel über „Ihren ungefähren Standort, das genutzte Gerät, die Häufigkeit und Dauer ihrer Internetbesuche, die aufgerufenen Seiten mit Produkten oder Dienstleistungen und manchmal sogar auf Ihren Bildungsabschluss oder finanziellen Hintergrund.“

Warum klagt die Verbraucherzentrale?

Die Verbraucherzentrale NRW hält das Vorgehen „für unzulässig“ und hat deshalb Klage gegen Google vor dem Landgericht Berlin erhoben. Der Konzern – und auch manch anderes Unternehmen – verstoße sowohl gegen nationale Datenschutz-Regelungen aus dem Telekommunikations-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG) als auch gegen EU-Recht.

Wie reagiert Google?

Laut einem Bericht des IT-News-Portals golem will Google bald die eigenen Cookie-Banner in der Suchmaschine mit einem Alles-ablehnen-Button ausstatten.

„Google hat uns mitgeteilt, dass sie jetzt weltweit diesen Alles-ablehnen-Button Stück für Stück etablieren wollen“, sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts seiner Behörde für 2021. Zunächst werde dieser Button wohl in Frankreich eingeführt, danach solle die Neuerung relativ bald nach Deutschland kommen.

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Elke Zapf

Elke Zapf
Verfasst von
Elke Zapf
Elke Zapf
ist freiberufliche Kommunikationsexpertin und Journalistin. Ihre Schwerpunkte sind Wissenschaft, Forschung, nachhaltiger Tourismus und Datenschutz. Kontakt:
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