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News
07. Juli 2021

Datenschützer kritisieren Cookie-Einsatz von Medienunternehmen

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Eine Prüfung der Datenschutzaufsichtsbehörden ergab, dass die Cookies in den meisten Websiten nicht den rechtlich Anforderungen entsprechen.
Bild: Guzaliia Filimonova / iStock / Getty Images Plus
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Nutzertracking
Schützen Medienunternehmen die personenbezogenen Daten ihrer Nutzer? Zum großen Teil nicht. Das hat eine länderübergreifende Prüfung der Datenschutzaufsichtsbehörden mehrerer deutscher Bundesländer ergeben. Die Datenschützer entwickelten einen gemeinsamen Prüfkatalog und untersuchten 49 Webangebote von Medienunternehmen in 11 Bundesländern.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Medienunternehmen Cookies setzen und Drittdienste einbinden. Denn so können sie das Verhalten ihrer Nutzer tracken und für Werbezwecke nutzen.

Gemeinsamer Fragebogen

Die Landesdatenschutzbehörden aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein verschickten ab August 2020 einen gemeinsamen Fragebogen an Medienunternehmen in ihrem Zuständigkeitsbereich.

Schon vorab hatten sie die ausgewählten Webseiten analysiert. So war ein Abgleich zwischen den Antworten der Unternehmen und der tatsächlichen technischen Ausgestaltung der Seiten möglich.

Scharfe Kritik an Medienunternehmen

Das Ergebnis ist eindeutig: „Die meisten der geprüften Webseiten entsprechen nicht den rechtlichen Anforderungen für den Einsatz von Cookies und anderen Trackingtechniken“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht vom 30. Juni 2021.

Auf den geprüften Medienwebseiten werde eine sehr hohe Anzahl von Cookies und Drittdiensten verwendet. Welche überwiegend dem Nutzertracking und der Werbefinanzierung dienten.

Großes Risiko für Nutzer

Das Ergebnis stellt nach Ansicht der Datenschutzaufsichtsbehörden ein erhebliches Risiko für die Nutzer der Webseiten dar:

„Die im Rahmen des Nutzertrackings erhobenen personenbezogenen Daten werden insbesondere zur Erstellung und Anreicherung umfassender und seitenübergreifender Persönlichkeitsprofile genutzt“, betonen die Datenschützer in ihrer Pressemitteilung.

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Lange Mängelliste

Die Liste der festgestellten Mängel ist lang. Sie reicht von der falschen Reihenfolge bei der Abfrage der Einwilligung bis zur Manipulation der Nutzer:

  • Falsche Reihenfolge: Oft werden schon beim Öffnen der Webseite – und noch vor der Einwilligungsabfrage – einwilligungsbedürftige Drittdienste eingebunden und Cookies gesetzt.
  • Fehlende Informationen: Auf der ersten Ebene der Einwilligungsbanner gibt es oft nur unzureichende oder falsche Informationen über das Nutzertracking.
  • Unzureichender Einwilligungsumfang: Selbst wenn Nutzer schon auf der ersten Ebene des Einwilligungsbanners alles ablehnen, bleiben zahlreiche Cookies und Drittdienste aktiv, die eine Einwilligung erfordern.
  • Keine einfache Ablehnung: Oft gibt es bei Einwilligungsbannern nur eine Schaltfläche für die Zustimmung zu sämtlichen Cookies und Drittdiensten, nicht aber eine Schalfläche zur Ablehnung.
  • Manipulation der Nutzer: Häufig sind Einwilligungsbanner so gestaltet, dass sie die Nutzer unterschwellig zur Abgabe einer Einwilligung drängen. Die Schaltfläche für die Zustimmung sind farblich hervorgehoben, die Schaltfläche für die Ablehnung dagegen nicht.

Nachbesserungen nötig

Es sind also viele Nachbesserungen in Sachen Datenschutz nötig.

Die beteiligten Landesdatenschutzbehörden gehen deshalb aktuell auf die Medienunternehmen in ihrem Zuständigkeitsbereich zu – und werden falls nötig auch aufsichtsbehördliche Maßnahmen ergreifen.

Mehr Informationen:

Elke Zapf

Elke Zapf
Verfasst von
Elke Zapf
Elke Zapf
ist freiberufliche Kommunikationsexpertin und Journalistin. Ihre Schwerpunkte sind Wissenschaft, Forschung, nachhaltiger Tourismus und Datenschutz. Kontakt:
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