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17. Juli 2019

So ungeschützt sind Ihre Firmengeheimnisse unterwegs

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So ungeschützt sind Ihre Firmengeheimnisse unterwegs
Bild: kasto80 / iStock / Getty Images Plus
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Datenschutz allgemein
Das auf Sicherheitslösungen spezialisierte Unternehmen "Kaspersky" konnte sprichwörtlich alles mithören und mitlesen, was Angestellte unterwegs auf Reisen unbedacht an Datengeheimnissen preisgaben.

Reisezeit ist Arbeitszeit. Im Flugzeug oder in der Bahn schreiben Angestellte deshalb eifrig Berichte, bauen Präsentationen oder telefonieren mit Kollegen und Geschäftspartnern.

Offenbar denken die Mitarbeiter kaum darüber nach, dass sie durch unbedachtes Verhalten und ungeschützte Geräte unter Umständen Interna ausplaudern und personenbezogene Daten öffentlich machen.

Anonyme Stichprobe

Visual und Audible Hacking nennt Kaspersky das Ausspähen von Informationen unterwegs.

Um die sich daraus ergebenden Risiken zu untersuchen, hat das Unternehmen einen Tester beauftragt.

Der Tester ist in von Geschäftsreisenden stark frequentiert Zugverbindungen mitgefahren. Dort hat er anonym und per Strichliste ermittelt, welche Informationen ohne weitere Mühen von Dritten abgefangen werden können.

Untersucht wurde das Verhalten der Reisenden in Hinblick auf

  • physische Dokumente,
  • die Bildschirme von Notebooks, Tablets und Smartphones
  • sowie Telefonate.

Größte Fünde in der 1. Klasse

5 Tage und 170 analysierte Waggons später zieht das Unternehmen ein erstes Fazit.

Am ergiebigsten ist das Abschöpfen der Reisenden in der 1. Wagenklasse. Dort wurden im Durchschnitt 23 Geschäftsgeheimnisse offenbart.

In der zweiten Klasse und im Bistro war die Ausbeute deutlich geringer. Über alle Wagen und Abteile hinweg, konnten die Tester 13 Informationen ergattern.

Erkennbar waren unter anderem die Namen und Unternehmen von Geschäftsleuten beziehungsweise von Kollegen, Partner und Kunden.

So werden die Geheimnisse öffentlich

Über einen besonderen Fall informiert Kaspersky in seinem Blog. Ein Professor arbeitete die Abschlussarbeiten seiner Studenten durch. Dabei waren die Matrikelnummern und die Namen der Studierenden klar lesbar.

Oft stammen die Geschäfts- und Datengeheimnisse aus E-Mails. Dies war mit 58 Prozent das am häufigsten genutzte Programm im Zug.

Bereits die sichtbare E-Mail-Signatur offenbart Informationen, die Profis bei einem Angriff weiterhelfen.

So können Sie sich schützen

Gegen das Ausspähen von Bildschirminhalten helfen spezielle Filter und Folien. Diese ermöglichen nur demjenigen, der direkt vor dem Gerät sitzt, vom Bildschirm abzulesen.

Solche Folien verwenden bei der Stichprobe aber nur 5 Prozent der Reisenden. Ebenfalls telefonierten die Zugfahrer unbedacht und verrieten im Verlauf der Gespräche teilweise mehr als sensible Informationen.

Aus dem Test lässt sich nur eine Schlussfolgerung ziehen. Firmen berücksichtigen bei Weiterbildungsmaßnahmen den Aspekt der Datensicherheit unterwegs nur unzureichend.

Die Verabschiedung von verbindlichen Richtlinien zum Verhalten auf Geschäftsreisen würde die Datensicherheit verbessern.

Auch die Ausstattung von Notebooks und Tablets mit Bildschirmfiltern würde einige Probleme lösen.

Stephan Lamprecht
Verfasst von
DP
Stephan Lamprecht

Stephan Lamprecht ist Tech-Autor und Journalist. Er hat sich auf die Fahnen geschrieben, komplizierte Dinge einfach zu erklären.

Seit über 25 Jahren ist er für Verlage, Unternehmen und PR-Agenturen tätig. Er übernimmt Aufgaben als Redakteur, Blogger und Ghostwriter.

Kontakt: https://lamprecht.net

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