Servicetechniker als Verbündete des Datenschutzes
Der Servicetechniker Schräubling wartet jedes Jahr im Auftrag der IT-Leitung die Infrastruktur an den Arbeitsplätzen. Dazu checkt er die Rechner durch, genauso wie die anderen Geräte im Netzwerk, etwa Bildschirme, dazu Maus, Tablet und Smartphone.
Als Datenschutzbeauftragter frage ich mich schon länger, wozu dieser Aufwand gut sein soll. Der IT-Leiter ist einer von der alten Schule und sagt, was geprüft ist, fällt seltener aus als ungeprüftes Equipment. Sieht man sich die Zahlen an, stimmt das absolut. Deutlich weniger Ausfälle als anderswo, deutlich weniger Wartungs- und Reparaturkosten.
Und was der Schräubling alles sieht! Chaos statt Clean Desk, nicht aufgeräumte Infrastruktur, Passwörter unter Tastaturen, zwar weniger als früher, doch nach wie vor gibt es sie. Vor allem dort, wo die älteren Semester unter den Mitarbeitenden die Gesichtserkennung am Arbeitsplatz ablehnen.
Da kommt mir eine Idee. Könnte das nicht ein wunderbarer Verbündeter sein? Ein paar Tage später ist er wieder da. Morgens ein kurzes Gespräch mit ihm, er nickt fröhlich und geht süffisant lächelnd an sein Tagewerk.
So kommt er auch an den Arbeitsplatz von Kollegin Beste. Natürlich sieht er dort wie im Vorjahr und wie vor zwei Jahren, was ich ihm morgens bereits erzählt habe: Trotz Ermahnung und vorübergehendem Entfernen, wenn ich komme, klebt sie immer wieder ihr Passwort unten an die Tastatur.
Schräubling grinst noch breiter. Er checkt wie immer alles durch. Am Ende will Kollegin Beste wissen, ob es was Neues gibt.
„Eigentlich nicht,“ sagt Schräubling. „Soweit fast alles in Ordnung. Nur Ihr …