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/ 10. August 2021

Rekordbußgeld: Amazon soll 746 Millionen Euro zahlen

Die Nationale Kommission für den Datenschutz in Luxemburg (CNPD) hat ein Rekordbußgeld gegen Amazon verhängt. Das Unternehmen soll 746 Millionen Euro Strafe zahlen – das bislang höchste Bußgeld seit Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Der Konzern will sich gegen die Entscheidung wehren.

Luxemburger Behörde verhängt Bußgeld gegen Amazon

Amazon ist ein börsennotierter US-amerikanischer Online-Versandhändler und hat seine Europazentrale im Großherzogtum Luxemburg.

Hier gilt die DSGVO – und gegen diese hat Amazon nach Auffassung der Luxemburger Datenschutzbehörde verstoßen. Den Stein ins Rollen brachte laut Medienberichten eine Beschwerde der französischen Bürgerrechtsorganisation La Quadrature du Net.

Verstöße gegen DSGVO

Welche Verstöße genau für das Bußgeld verantwortlich sind, ist bislang nicht bekannt. Die CNPD ist – anders als andere europäische Datenschutzaufsichtsbehörden – zur Verschwiegenheit in Einzelfällen verpflichtet.

Medienberichten zufolge soll es um personalisierte Werbung im Rahmen des Online-Targeting gehen.

Amazon kündigt Berufung an

Amazon selbst hat den Vorgang im Rahmen des Quartalsberichts bestätigt und will gegen die Entscheidung der CNPD gerichtlich vorgehen.

„Es gab keine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten, und es wurden keine Kundendaten an Dritte preisgegeben“, sagte ein Sprecher des Online-Konzerns der Nachrichtenagentur dpa. Darüber hinaus stehe die Höhe des Bußgelds in keinem Verhältnis zu den Vorwürfen.

Höchstes Bußgeld seit Inkrafttreten der DSGVO

In der Tat ist das Bußgeld von 746 Millionen Euro das bislang höchste, das eine Behörde seit Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung verhängt hat.

Laut Artikel 83 der DSGVO ist für die Höhe des Bußgelds der weltweite Jahresumsatz des Unternehmens maßgeblich. In besonders schweren Fällen können das bis zu vier Prozent sein.

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Elke Zapf