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08. Juni 2026

Warum Datenschutz nicht an Gesetzen scheitert

DP+
Warum Datenschutz nicht an Gesetzen scheitert
Bild: iStock.com/#Urban-Photographer
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Entscheidungslogiken sind zentral
Wenn Datenschutzverstöße an die Öffentlichkeit gelangen, folgt fast reflexartig dieselbe Erklärung: mangelnde Sensibilität, fehlende Schulung, unzureichende Prozesse oder individuelles Fehlverhalten. Diese Erklärungen sind bequem – aber falsch.

Solche einfachen Erklärungen suggerieren, dass mit mehr Wissen, besseren Checklisten oder zusätzlichen Kontrollen künftig alles besser würde. Die Realität ist eine andere. In der überwiegenden Zahl der bekannten Datenschutzvorfälle waren die rechtlichen Anforderungen bekannt. Die Risiken waren benannt. Oft lagen sogar konkrete Warnungen vor und dennoch fiel die Entscheidung anders aus. Die häufigste Grundursache lautet nicht: „Wir wussten es nicht“, sondern: „Wir wussten es, aber wir haben uns trotzdem so entschieden.“

Diese Erkenntnis ist unbequem, weil sie den Fokus verschiebt: weg von Gesetzen, weg von Regelwerken, hin zu den Entscheidungsmechanismen innerhalb von Organisationen. Datenschutz scheitert in der Praxis nicht primär an Normen, sondern an der Art und Weise, wie unter Unsicherheit Entscheidungen entstehen.

Erfahrungen aus der Praxis

Typische Entscheidungsmuster bei Datenschutzvorfällen

Aus der Praxis lassen sich wiederkehrende Muster erkennen, die Datenschutzverstöße begünstigen:

  • Verdrängen – Beteiligte erkennen die Datenschutzrisiken, ordnen sie aber als „theoretisch“ oder „später lösbar“ ein. Besonders häufig ist dies bei neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI), Tracking oder Cloud-Diensten der Fall.
  • Verschieben – Die Beteiligten vertagen die Entscheidungen: „Das klären wir nach dem Go-live.“ Faktisch bedeutet das oft, dass niemand die Entscheidung jemals aktiv trifft.
  • Delegieren – Man reicht die Vera…
Heiko Fauth
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Verfasst von
Heiko Fauth
Heiko Fauth
Heiko Fauth begleitet als CEO und Gründer von E-Sensecurity Führungsgremien und Organisationen bei der Entwicklung von Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit.
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