Hintergrund
/ 09. Juni 2026

Digitale Souveränität der EU

Eine Studie mit dem Titel „Europäische Software- und Cyber-Abhängigkeiten“ bietet umfangreiche Fakten dazu, wie es in der EU um die digitale Souveränität bestellt ist. Dabei benennt sie schonungslos, woran es fehlt, geht aber auch darauf ein, welches Vorgehen zukunftsträchtig erscheint.

Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments, auch bekannt unter dem Kürzel ITRE für „Committee on Industry, Research and Energy“, hat eine Studie dazu erarbeiten lassen, in welchem Ausmaß eine Abhängigkeit der EU von außereuropäischen Anbietern in kritischen IT-Bereichen besteht. Ein besonderes Augenmerk richtet die Studie auf die geopolitischen und wirtschaftlichen Konsequenzen vorhandener Abhängigkeiten.

So geht die Studie methodisch vor

Im Zentrum der Studie stehen die folgenden drei Kernfragen (S. 20):

  • Wie groß ist das Ausmaß der Abhängigkeit von Software- und Cyber-Technologien aus Drittstaaten und wo gäbe es europäische Alternativen?
  • Welche Risiken sind mit vorhandenen Abhängigkeiten verbunden?
  • Welche Strategien können das Ziel unterstützen, vorhandene Abhängigkeiten zu verringern?

Die Studie arbeitet stark faktenorientiert. Das zeigt sich schon daran, dass sie als vorrangige Erkenntnisquelle öffentlich zugängliche Daten nutzt (S. 21). Dabei wertet sie auch europaweite Ausschreibungen aus. Ergänzend stützt sie sich auf Befragungen fachlich qualifizierter Persönlichkeiten und Organisationen (siehe die entsprechende Liste in Anhang 2, S. 180).

Im Mittelpunkt der Studie stehen Abhängigkeiten bei „Software-Technologie“. Darunter versteht sie die nicht-physischen Komponenten eines Computersystems (S. 21). Da Software und Hardware jedoch der Natur der Sache nach zusammengehören, bezieht sie auch Hardware-Abhängigkeiten mit ein (S. 22).

Das beschreibt der „Digital Stack“

Um alle…

+

Weiterlesen mit Abo