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24. Mai 2018 - Technischer Datenschutz

Mehr Privatsphäre im Internet: Zero Browser von Trend Micro

Ein neuer Browser für Geräte mit iOS verspricht, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Besonders Tracking-Dienste sollen es damit deutlich schwerer haben.

Zero Browser von Trend Micro Der iOS-Browser von Trend Micro verzichtet auf Datensammlung und erschwert das Tracking (Bild: Pablo_K / iStock / Thinkstock)

Das für seine Sicherheitslösungen bekannte Unternehmen Trend Micro hat einen neuen Browser für die iOS-Plattform veröffentlicht. Der Zero-Browser für iPhone und iPad wurde mit dem Ziel entwickelt, die Privatsphäre der Nutzer online besser zu schützen.

Keine interne Datensammlung

Der Zero Browser verzichtet aus gutem Grund auf eine Reihe von Funktionen, die etwa bei Safari dazugehören:

  • Der Browser von Trend Micro zeichnet keinerlei Aktivitäten auf.
  • Beendet der Nutzer eine Sitzung mit der App, werden kein Verlauf, keine Cookies oder sonstige Informationen gespeichert.

Komfort-Einbußen

Auf die von Safari gewohnten Komfortfunktionen, wie beispielsweise die geräteübergreifende Speicherung von Zugangsinformationen, muss der Anwender zugunsten der höheren Sicherheit verzichten.

Das hat zur Folge, dass sich der Nutzer bei einem Shop erneut anmelden muss, da das entsprechende Cookie des Betreibers fehlt. Somit fallen aber unbefugten Dritten keine nutzbaren Informationen in die Hände.

Eine Ausnahme bilden Lesezeichen zu bevorzugten Seiten. Denn es ist möglich, diese im Zero Browser anzulegen. Allerdings kann der Nutzer den Zugriff auf die Lesezeichen über die PIN des Geräts oder per Fingerabdruck schützen.

Ein weiterer Nebeneffekt durch den Verzicht auf die interne Speicherung von Daten: Der Webbrowser bevorzugt und stellt keine Suchmaschine fest ein. Somit kann sich der Nutzer vor jeder Suchabfrage frei entscheiden, bei welchem Anbieter er seine Recherche starten will.

Tracking-Schutz

Ein Schwerpunkt der Entwicklung der Software lag laut Hersteller darauf, Tracking zu verhindern. Dazu gehört die sogenannte Session-Wiedergabe.

Diese Form des Trackings zeichnet das Nutzerverhalten auf einer Webseite auf. Somit ist es für Dritte nicht nur möglich, zu verfolgen, welche Links der Anwender anklickt, sondern auch, die Eingaben zu protokollieren.

Trend Micro unterscheidet zwischen vier verschiedenen Tracking-Methoden: Advertising, Behavioral, Social Media und Sonstiges. Während des Surfens zeigt der Browser dem Nutzer an, welche Form des Zugriffs er erfolgreich abgewehrt hat.

Optional kann der Anwender das „Privacy Filtering” deaktivieren.

Adblocker

Darüber hinaus enthält der Zero Browser einen integrierten Adblocker. Er erschwert die Aufzeichnung der Nutzeraktionen und somit das Re-Targeting im Internet.

Ein positiver Nebeneffekt:  Die Webseiten haben eine deutlich höhere Ladegeschwindigkeit. Denn es ist nicht mehr erforderlich, die Datenmengen für Werbemittel zu übertragen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Browser „Firefox Klar”.

Beide Apps stehen direkt im App-Store von Apple zur Installation bereit.

Stephan Lamprecht