11. Mai 2015 - IP-Sicherheit

Windows XP: Gefahr für den Datenschutz in Behörden

Viele Behörden setzen weiterhin das Betriebssystem Windows XP ein, obwohl Microsoft den technischen Support sowie die Bereitstellung von sicherheitsrelevanten Patches bereits vor mehr als einem Jahr eingestellt hat.

Das Betriebssystem Windows XP von Microsoft Windows XP: Unsicher und veraltet, aber für Behörden noch gut genug? (Bildquelle: Microsoft)

Zwölf Jahre lang verrichtete das Betriebssystem Windows XP meist recht zuverlässig seinen Dienst, bevor Hersteller Microsoft Anfang April letzen Jahres die technische Unterstützung für das in die Jahre gekommene Betriebssystem eingestellt hat. Damit verbunden ist, dass für XP auch keine sicherheitsrelevanten Programmkorrekturen mehr bereitgestellt werden.

Dass viele Behörden allerdings weiterhin dieses in die Jahre gekommene Betriebssystem auf Dienstrechnern verwenden, ruft nun Datenschutzbeauftragte auf den Plan.

So warnte Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und Informationsfreiheit, im ARD-Magazin ‚Kontraste‘: „Ein weiterer Einsatz von Windows XP stellt eine erhöhte Bedrohungslage dar. Besonders bei der Verwendung dieses Betriebssystems auf einem mit dem Internet verbundenen Rechner besteht eine erhöhte Gefahr für Angriffe durch Schad- und Spionagesoftware.“ Hintergrund dieser Aussage war eine Recherche von ‚Kontraste‘, die ergab, dass allein bei der Deutschen Rentenversicherung Bund einschließlich ihrer Regionalträger immer noch 40.000 Arbeitsplatzrechner mit Windows XP ausgestattet sind.

Auch der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix forderte im Inforadio des RBB die Verwaltung auf, alle PC abzuschalten, auf denen das Betriebssystem Windows XP läuft: „Die persönlichen Daten der Bürger sind sonst einem unverantwortlichen Risiko möglicher Hacker-Angriffe ausgesetzt.“ Der Berliner Senat hatte die Anzahl der Rechner unter Windows XP im März 2015 in einer Antwort auf eine Anfrage der Piraten-Fraktion mit 28.477 angegeben.

Ins gleiche Horn stößt die Landesbeauftragte für den Datenschutz von Brandenburg Dagmar Hartge: „Personenbezogene Daten können auf Rechnern mit veralteten Betriebssystemen nicht sicher verarbeitet werden. Die einzige Möglichkeit, diesen Sicherheitsrisiken aus dem Weg zu gehen, ist der unverzügliche Umstieg auf ein aktuelles Betriebssystem.“

fgo

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