11. August 2016 - Datenschutz bei Microsoft

Windows 10 zähmen

Mit viel Werbung drückt Microsoft seine aktuelle Windows-Version in den Markt. Bei der Neuanschaffung von Hardware ist Windows 10 vorinstalliert. Den Anwendern wird viel Komfort versprochen. Aber was für private Nutzer unbedenklich zu sein scheint, kommt für die betriebliche Nutzung nur bedingt in Frage.

Windows 10: Je nach Einstellungen eine Gefahr für den Datenschutz Tipps für mehr Datenschutz bei Windows 10 (Bild: violetkaipa / iStock / Thinkstock)

Einige der „Komfortfunktionen“ von Windows 10 erfordern eine Verbindung zum Internet, über das sie dann eifrig Daten mit den Systemen von Microsoft austauschen. Offenbar werden dabei dann auch Daten gesammelt, die für die eigentliche Arbeit am PC nicht nötig wären.

Genau das kritisieren etwa französische Datenschutzbehörden, die Microsoft aufgefordert haben, hier nachzubessern und die Kritikpunkte binnen 3 Monaten abzustellen.

Datensammelwut und wenig durchdachte Sicherheit

Aus Sicht auch bundesdeutscher Datenschützer bietet Windows 10 einige Kritikpunkte.

  • Das beginnt bei der Komfortfunktion, den Zugriff auf den Rechner mittels einer PIN beschränken zu können. Das geht zwar schneller als ein Passwort. Es gibt aber keine Sperre nach einigen Fehlversuchen. Ein Dieb kann also unbegrenzt die Ziffernfolgen ausprobieren.
  • Der persönliche Assistent Cortana, der per Spracheingabe funktioniert, überträgt Daten an Server in die USA und untersucht auch Dokumente des Nutzers, um dessen Redewendungen und Formulierungen zu erforschen. Und natürlich auch, um Dateien schneller über die Suche zu finden.
  • Es werden Informationen erhoben, um die Nutzungsgewohnheiten von Apps auswerten zu können.

Windows 10 ist nicht gleich Windows 10

Wie schon bei den Vorgängern bietet Microsoft Windows 10 in verschiedenen Editionen an:

  • Home und Professional sind so konfiguriert, dass der Anwender möglichst viel Komfort erhält. Mit anderen Worten werden hier voreingestellt Daten an Microsoft übertragen.
  • Größere Unternehmen werden wahrscheinlich die Enterprise-Version einsetzen. Dort müssen diese Funktionen explizit aktiviert werden. Enterprise ist zumindest so konfiguriert, dass besonders kritikwürdige Einstellungen nicht aktiviert sind.

Systemeinstellungen genau prüfen

Generell sollten Unternehmen beim Einsatz die Systemeinstellungen der Computer genau prüfen und ausgehend vom eigenen Sicherheitsbedürfnis anpassen. Einige Ansatzpunkte sind:

  • Microsoft Konto: Sollte bei Unternehmen deaktiviert werden und die Anmeldung über lokale und zentrale Benutzerkonten erfolgen.
  • One Drive: Das externe Laufwerk sollte deaktiviert werden.
  • Updates und Upgrade: Nicht automatisiert einspielen, sondern besser zentral über eine Gruppenrichtlinie.
  • Cortana: Ist im Unternehmensumfeld besser zu deaktivieren.
  • Speicherung von Kennwörtern: Deaktivieren.
  • Positionserkennung: Um Bewegungsprofile zu verhindern, wird besser darauf verzichtet.
  • Zugriff auf Kontakte und Kalender: Hier ist im Einzelfall zu prüfen, welche Apps darauf Zugriff erhalten sollen.

Es bleibt dabei: Aus Sicht des Datenschutzes ist Windows 10 ein Sorgenkind und erfordert Aufmerksamkeit, um die richtige Mischung bei den Optionen zu finden.

Stephan Lamprecht

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