20. Oktober 2014 - Soziale Netzwerke

Whisper – nicht so vertraulich wie beworben

Die App Whisper verspricht den Zugang zu einem sozialen Netzwerk, das es ohne Registrierung erlaubt, vollkommen anonym und vertraulich zu kommunizieren.

Das „anonyme“ soziale Netzwerk Whisper gibt Nutzerdaten weiter (Bild: Whisper) Das „anonyme“ soziale Netzwerk Whisper gibt Nutzerdaten weiter (Bild: Whisper)

Vertraulichkeit bei der Kommunikation ist ein hohes und derzeit aktuelles Gut. Kein Wunder also, dass eine App für iOS und Android, die ebendies verspricht, erfolgreich ist: So verzeichnet das soziale Netzwerk Whisper, das nach eigenen Angaben die vollkommen anonyme Kommunikation anbietet, rund 2,6 Millionen Nachrichten täglich.

Mit dieser Anonymität bei Wisper ist es nach einem Bericht der britischen Tageszeitung The Guardian nicht allzu weit her: Denn der Service sammelt Informationen zu den Standorten seiner Anwender in Form von Geodaten und wertet sie in Kombination mit den veröffentlichten Nachrichten aus, um schlagzeilenträchtige Meldung auf der Startseite zu lancieren. Auch sind die bereits von Nutzern gelöschten Beiträge weiterhin in einer Datenbank gespeichert.

Zudem gibt man die Resultate weiter – unter anderem an das US-Verteidigungsministerium, das FBI und den britischen Geheimdienst MI5. Man wolle, so das Unternehmen zu dieser Vorgehensweise, bevorstehenden Gefahren und geplante kriminelle Handlungen verhindern.

Umgehend nach der Veröffentlichung des Berichts im Guardian nahm Whisper übrigens Änderungen seiner Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, um die Nutzung der Geodaten als legitim erscheinen zu lassen.

fgo

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