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27. Februar 2018 - Recht auf Datenkopie

WhatsApp rollt neue Funktion für DSGVO aus

Facebook beugt sich dem Druck der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und implementiert eine neue Funktion im populären Messenger WhatsApp. So soll WhatsApp ab Mai den gesetzlichen Anforderungen zum Auskunftsrecht genügen.

WhatsApp sorgt für DSGVO-konforme Datenkopie WhatsApp setzt Recht auf Datenkopie aus der DSGVO um (Bild: iStock / bombuscreative)

Gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (Art. 15 Abs. 3 DSGVO) haben die Betroffenen das Recht, eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, abzufordern. Sofern der Antrag darauf in elektronische Form erfolgt ist, muss die verantwortliche Stelle die Informationen in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung stellen.

Bei der Verwendung des populären Messengers WhatsApp ist davon auszugehen, dass solche Anträge direkt aus der Software heraus erfolgen dürften. So sieht es auch eine Funktion vor, die bereits in den Betaversionen der App aufgetaucht ist.

Download der gespeicherten Daten aus dem Messenger

Entdeckt hat die neue Funktion der Branchendienst WABetaInfo. Demnach gibt es in Zukunft im Menü mit den Account-Daten des Nutzers einen Eintrag, der mit „Download my data“ beschrieben ist.

Darüber wird in ein weiteres Menü verzweigt, das dann die Funktion „Bericht mit Daten Ihres Accounts“ enthält. Der Beschreibung nach fordert der Nutzer darüber dann seine Daten ab.

Allerdings kann die Zusammenstellung der Daten bis zu 20 Tage in Anspruch nehmen. Binnen 30 Tagen nach Bereitstellung lässt sich der Datensatz dann abrufen. Welche Daten WhatApp übermittelt und in welchem Format diese vorliegen werden, ist derzeit noch unklar.

Schutz der Daten noch unklar

Das betrifft auch einen eventuellen Schutzmechanismus, um zu verhindern, dass jeder Nutzer, der das Smartphone in der Hand hat, diese gespeicherten Daten abrufen kann. Mitglieder von Facebook müssen beispielsweise ihr persönliches Passwort zweimal eintragen, bevor sie die Nutzerdaten herunterladen können.

Derzeit ist wohl davon auszugehen, dass die Funktion pünktlich zum 25. Mai 2018 auch in den Kundenversionen ausgerollt wird, um anschließend rechtskonform agieren zu können.

Stephan Lamprecht