1. September 2016 - Datenschutzaufsichtsbehörden

WhatsApp: Datenschutzbeauftragter prüft Datenweitergabe

Nachdem der Messenger-Service WhatsApp seine Nutzungsbedingungen geändert hat, um künftig private Daten seiner Nutzer an die Konzernmutter Facebook zu übertragen, melden sich nun einige Datenschutzbeauftragte der Länder zu Wort.

Datenschützer prüfen die Verbindung zwischen Facebook und WhatsApp Wieder einmal steht Facebook als Datenkrake in der Kritik von Datenschützern (Bild: Gala_Studio / iStock / Thinkstock)

So hat der für Facebook Deutschland zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar in einem Gespräch angekündigt, den Vorgang aus datenschutzrechtlicher Sicht prüfen zu wollen. Er geht davon aus, dass „… Facebook Daten von WhatsApp ohne erkennbare rechtliche Grundlage erhebt.“

Abstimmung der Aufsichtsbehörden geplant

Für diese Prüfung sei nicht relevant, dass WhatsApp keine Niederlassung in der Europäischen Union besitze. Entscheidend sei vielmehr, dass Facebook die Daten verarbeite. Er will sich mit weiteren Datenschutzbehörden im Inland und europäischen Ausland zu seinem Vorgehen beraten.

Es könne nicht sein, dass Daten der vielen Millionen Nutzer zwischen Unternehmen eines Konzerns beliebig hin- und hergeschoben werden können, so Caspar weiter. Datenschutzrechtlich bräuchten beide Unternehmen eine eigene Grundlage für die Datenübermittlung.

Auch Kritik aus Mecklenburg-Vorpommern

Ebenfalls mit der Thematik beschäftigt hat sich Reinhard Dankert, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern. In einer Pressemitteilung sieht er bei den beiden Unternehmen eine Vorgehensweise, die „zulasten der Privatsphäre der Nutzer“ geht.

Zwar habe sich WhatsApp-CEO Jan Koum noch kurz nach der Übernahme durch Facebook dahin gehend geäußert, dass sich am Umgang mit den Nutzerdaten nichts ändern werde und keine Daten mit Facebook geteilt würden: „Hätten wir unsere Grundprinzipien einbüßen müssen, die unsere Firma immer ausmachen werden, hätte es keine Partnerschaft zwischen unseren beiden Unternehmen gegeben.“

Heute, so Dankert weiter, bleibe als Gewissheit nur übrig, „… dass Facebook mit den Daten seiner Nutzer möglichst viel Geld verdienen möchte.“

Alternativen zu WhatsApp angeraten

Laut Dankert bleibe dem Nutzer nichts anderes übrig, als die Datenweitergabe zu akzeptieren oder nach den Lösungen anderer Anbieter zu schauen.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf das gemeinsam von den Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder betriebene Portal YoungData, das in einem Artikel zu WhatsApp auch einige Messenger-Alternativen aufführt, die datenschutzrechtlich weniger bedenklich sind.

fgo

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