16. Oktober 2012 - Tauschbörsen

Wer viel kopiert, kauft auch viel

Nutzer von Peer-to-Peer-Tauschbörsen (P2P), traditionell im Visier der Musikindustrie, verstoßen oftmals nicht nur fleißig gegen Urheberrechte, indem sie illegal Musiktitel kopieren. Sie sind auch die besten Kunden der Anbieter kommerzieller Musiktitel. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Forums American Assembly der Columbia University.

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Tauschbörsennutzer in Deutschland: viel kopiert, aber auch viel gekauft (Quelle: American Assembly).

Die Studie Copy Culture in the US and Germany weist für die befragten Anwender in den USA, die Musik auf ihrem PC gespeichert haben und P2P nutzen, einen Bestand von durchschnittlich 1979 Titeln auf. Von diesen sind laut Studie 473 legal beziehungsweise illegal aus Tauschbörsen kopiert, 427 stammen von Freunden oder aus der Familie und 319 wurden von Originaltonträgern gerippt. Die stattliche Zahl von 760 Titeln im eigenen Fundus habe der P2P-Nutzer allerdings legal erworben – und damit mehr als die Anwender, die keine P2P-Datenquellen nutzen und bei einem durchschnittlichen Titelbestand von 1264 lediglich 582 Kauftitel ihr eigen nennen.

Noch deutlicher spiegelt sich dieses Verhältnis in Deutschland wider – allerdings mit der Einschränkung, dass die Autoren der Studie darauf verweisen, dass lediglich 39 Anwender hierzulande angegeben haben, P2P zu nutzen und damit die Zahlenbasis große Toleranzen aufweisen kann. Auf einen Fundus von 3917 Musiktiteln können demnach P2P-Freunde in Deutschland durchschnittlich auf ihrem PC zugreifen, 1034 davon seien gekauft. Anwender, die auf P2P verzichten, brächten es dagegen lediglich auf 627 Titel insgesamt, von denen 376 erworben wurden.

(16.10.2012/fgo)

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