Gratis
10. Oktober 2019 - Umfrage zur Datenschutz-Grundverordnung

Weniger als ein Drittel der Unternehmen DSGVO-konform?

Drucken

Seit rund eineinhalb Jahren ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nun für Unternehmen und Behörden anwendbar. Dennoch betrachten sich längst nicht alle Firmen als konform zur europäischen Gesetzgebung, wie eine jüngst veröffentlichte Befragung ergibt.

Die DSGVO hat doch wesentlich mehr Aufwand mit sich gebracht, als viele Unternehmen gedacht haben Die DSGVO hat doch wesentlich mehr Aufwand mit sich gebracht, als viele Unternehmen gedacht haben (Bild: iStock.com / timyee)

Die Studie „Championing Data Protection and Privacy – a Source of Competitive Advantage in the Digital Century“ des Capgemini Research Institute lässt Zweifel daran aufkommen, dass die Unternehmen die Herausforderungen durch die DSGVO richtig eingeschätzt haben.

Denn lediglich 28 Prozent der befragten Firmen schätzt sich selbst als konform zur Datenschutz-Grundverordnung ein.

In einer Studie aus dem Jahr 2018 war die überwiegende Mehrheit der Unternehmen noch der Ansicht, die Anforderungen künftig erfüllen zu können. Das gaben seinerzeit 78 Prozent an.

Mehr als die Hälfte der Firmen ist vorangekommen

Bei der Betrachtung der Einzelergebnisse zeigt sich, dass 28 Prozent der befragten Unternehmen die DSGVO-Vorschriften nach eigener Ansicht vollständig umgesetzt haben

Weitere 30 Prozent erfüllen sie ihrer Ansicht nach „weitgehend“.

Die internationale Befragung ergibt, dass sich vor allem Unternehmen aus den USA, Deutschland und Großbritannien als besonders weit bei der Umsetzung einschätzen.

Hindernisse auf dem Weg zur Compliance

Somit stellt sich die Frage, was die Firmen daran hindert, schneller bei der Umsetzung der DSGVO voranzukommen. Schließlich erlauben sich die Organisationen damit eine angreifbare Flanke.

Als Hindernisse für eine vollständige Erfüllung der DSGVO nennen die befragten Unternehmen vor allem

  • die Anpassung bestehender IT-Systeme (38 Prozent),
  • die Komplexität der Regulierungs-Anforderungen (36 Prozent) und
  • hohe Kosten (33 Prozent).

Ein weiteres Hindernis, das offenbar großen Anteil an der Verzögerung der DSGVO-Umsetzung hat, sind die zahlreichen Anfragen von Betroffenen, die gemäß der DSGVO Auskunft über die von ihnen gespeicherten Daten verlangen.

Datenschutz zahlt sich aus

Weniger als ein Drittel der Befragten in einer Umfrage vor Einführung der DSGVO gab an, sich durch die Regulierungen einen Wettbewerbsvorteil zu erwarten.

In der aktuellen Umfrage sehen dagegen 92 (!) Prozent der Firmen, die sich selbst als konform zur DSGVO eingeschätzt haben, einen solchen Vorteil. Dazu zählen

  • ein höheres Kundenvertrauen und
  • besseres Markenimage,
  • verbesserte IT-Systeme und
  • Maßnahmen zur Cybersicherheit.

Die Investition in den Datenschutz zahlt sich somit aus Sicht der Firmen aus.

Laden Sie sich online die Ergebnisse der Studie herunter (PDF).

Die Daten stammen aus einer Befragung von 1.100 Führungskräften verschiedener Branchen u.a. aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Großbritannien und den USA.

Stephan Lamprecht