Gratis
18. Dezember 2018 - Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Wann brauchen Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten?

Drucken

Über die Frage, wann ein Datenschutzbeauftragter zu bestellen ist, sollte es theoretisch keinen Zweifel mehr geben. Doch ein Blick in Foren und auf Internetseiten zeigt, dass hier nach wie vor große Verunsicherung herrscht. Ein Ratgeber schafft Abhilfe.

Datenschutzbeauftragter nach DSGVO Auch beim Thema Datenschutzbeauftragter bereitet die DSGVO Kopfzerbrechen (Bild: YakobchukOlena / iStock / Getty Images)

Regelung zum DSB schwer durchschaubar

Der Artikel 37 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beschreibt in Absatz 1, in welchen Fällen ein Datenschutzbeauftragter (DSB) zu benennen ist.

Doch ab wann ist davon auszugehen, dass ständig und regelmäßig mindestens zehn Personen mit der automatisierten Verarbeitung von personenbezogenen Daten betraut sind?

Was auf den ersten Blick nach klaren Anweisungen aussieht, ist für den Laien eher schwer zu durchschauen. Offenbar sehen sich die Aufsichtsbehörden regelmäßig mit solchen Fragen konfrontiert.

So hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit aus Baden-Württemberg einen aktuellen Praxisratgeber aufgelegt, der sich ausschließlich der Ernennung eines Datenschutzbeauftragten widmet.

DSB-Ratgeber liefert präzise Hinweise mit Schaubildern

Der Praxisleitfaden geht präzise auf die verpflichtenden Gründe für die Ernennung eines Datenschutzbeauftragten ein. Lobenswert sind die Definitionen und Interpretationen juristischer Begriffe.

Was meint der Gesetzgeber nach Ansicht der Aufsichtsbehörden, wenn er von einer „Kerntätigkeit“ spricht? Wie sind zeitliche Begriffe wie „ständig“ und „in der Regel“ zu verstehen?

Diese Fragen, die häufig unklar bleiben, erläutern die Verfasser genau. Dabei liefert die Broschüre Quellen, die nachweisen, wie es zu dieser Definition kommt.

Schnelle Leser, die sich rasch informieren wollen, werden die gleich an den Anfang gestellten obligatorischen Gründe zu schätzen wissen. Diagramme und Schaubilder verdeutlichen jeweils den Sachverhalt.

Viele Praxisbeispiele

In einer von Technik dominierten Welt hantieren auch Bauarbeiter mit elektronischen Geräten, um Daten für Berichte zu erfassen. Ist das eine Verarbeitung im Sinne des Gesetzes?

An vielen Stellen greifen die Autoren solche Beispiele auf und sorgen damit in kleineren Unternehmen für mehr Sicherheit. Das gilt sinngemäß etwa, wenn sie deutlich machen, welche Unternehmensarten sich mit der „regelmäßigen und systematischen Überwachung“ von Personen beschäftigen.

Gelungen sind die Ausführungen in Hinblick auf die Verarbeitung von Gesundheitsdaten. Denn bei diesem Thema herrscht oftmals Verwirrung darüber, wann hier von einer Kerntätigkeit auszugehen ist. An dieser Stelle nennt der Ratgeber zahlreiche Berufsfelder und Einrichtungen als Beispiele.

Ausgewiesenen Experten verrät die kostenlose Broschüre, die Sie hier herunterladen, nicht viele Neuigkeiten. Für alle anderen Leser lohnt sich die Lektüre, gerade für Selbstständige und Inhaber kleinerer Unternehmen.

Stephan Lamprecht