2. Dezember 2011 - Software

vzbv: Geschäftsbedingungen müssen Teil des Kaufvertrags sein

Wegen fehlender Kundeninformationen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den Softwarehersteller Electronic Arts abgemahnt. Der Kunde von Software müsse die Chance haben, Lizenzvereinbarungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen bereits beim Kauf zu prüfen.

vzbv-geschaftsbedingungen-mussen-teil-des-kaufvertrages-sein.jpeg
Auch Kampfspiele müssen sich an Verbrauchergesetze halten (Foto: Electronic Arts)

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und fehlende Informationen über verdeckte Zusatzsoftware beim Kauf des Computerspiels Battlefield 3.

Allgemeine Geschäftsbedingungen müssen Teil des Kaufvertrags sein

Der vzbv beanstandet an der Software, dass eine Zustimmung zu den Lizenzvereinbarungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen erst erfolgt, wenn der Kunde das Spiel auf seinem Rechner installiert.

Der Zeitpunkt sei nach Auffassung des vzbv zu spät, denn nach deutschem Recht müsse dies bereits beim Abschluss eines Kaufvertrags erfolgen. Nur so sei gewährleistet, dass die Nutzer sich vor Vertragsschluss über problematische Klauseln informieren können.

Mangelhafte Aufklärung über Zusatzsoftware

Der vzbv fordert außerdem, dass die Kunden beim Kauf darüber informiert werden müssten, ob und zu welchen Zwecken Zusatzsoftware installiert werde. Bisher wird die Zusatzsoftware Origin mitinstalliert, ohne dass die Nutzer verständlich informiert werden, was sie auf ihrem Computer genau bewirkt.

Die Software überprüft unter anderem automatisch die Lizenzrechte sämtlicher auf dem Computer gespeicherter Produkte des Anbieters.

Nutzerprofile werden für Werbezwecke verwendet

Gleichzeitig sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen so weit gefasst, dass nach Auffassung des vzbv unklar bleibt, welche Daten der Hersteller erfassen, weiterverarbeiten und anderweitig nutzen darf.

Mehr zum Thema Allgemeine Geschäftsbedingungen

So behält sich Electronic Arts das Recht vor, anhand der erfassten Daten Nutzerprofile zu erstellen und diese ohne gesonderte Einwilligung der Kunden für Werbezwecke zu verwenden. Welche Daten dies jedoch sind, lässt der Hersteller offen.

02.12.2011 (vzbv/BM)

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln