2. Mai 2012 - Voyeurismus beim Discounter?

Videoüberwachung: Schmutziges Vergnügen

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sollen in einigen ALDI-Filialen Videos speziell von Kundinnen in kurzen Röcken oder weit ausgeschnittenen Oberteilen etwa beim Bücken aufgenommen worden sein.

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ALDI hat möglicherweise mit seiner Videoüberwachung gegen den Datenschutz verstoßen (Peter von Bechen/pixelio.de)

Angesichts der aktuellen Vorwürfe klingt es zynisch, wenn man auf der ALDI-Homepage liest: „Menschen stehen im Mittelpunkt unserer unternehmerischen Interessen.“ Denn in einigen hessischen ALDI-Filialen war das Interesse vermutlich klar voyeuristisch: ALDI-Mitarbeiter sollen die Videos von Überwachungskameras, in denen Kundinnen unabsichtlich mehr Bein oder Brust zeigten, auf CD gebrannt und ausgetauscht haben.

Offensichtlich kein „berechtigtes Interesse“

Was bedeutet dieser Fall aus Sicht des Datenschutzes? Im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) § 6b ist zu lesen: „Die Beobachtung öffentlich zugänglicher Räume mit optisch-elektronischen Einrichtungen (Videoüberwachung) ist nur zulässig, soweit sie … zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für konkret festgelegte Zwecke erforderlich ist und keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen der Betroffenen überwiegen.“

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Treffen die Vorwürfe zu, hätten die entsprechenden ALDI-Mitarbeiter also ganz klar gegen geltendes Recht verstoßen. Welche Konsequenzen dieser potenzielle Überwachungsskandal nach sich ziehen wird, ist bisher nicht bekannt.

02.05.2012 (Andrea Stickel)

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