24. November 2014 - Gesundheitsdaten

Versicherungen: Beitragsboni für elektronische Kontrolle

Eine große Versicherung plant, ihren Kunden günstigere Beiträge und andere Prämien zu gewähren – vorausgesetzt, sie übermitteln Informationen zu ihrem individuellen Lebensstil digital an den Konzern.

Zahlen Jogger künftig weniger Beiträge in ihrer Krankenversicherung? (Bild: Iwan Beijes/ Freeimages) Zahlen Jogger künftig weniger Beiträge in ihrer Krankenversicherung? (Bild: Iwan Beijes/ Freeimages)

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, will der Versicherungskonzern Generali gesundheitsbewusster lebenden Kunden mit Prämien und niedrigeren Beiträgen belohnen. Diese müssen den Nachweis einer entsprechenden Lebensweise, etwa über einen Fitness-Tracker. allerdings mit ihren persönlichen Daten zu sportlichen Aktivitäten und zu ihrer Ernährung bezahlen.

Laut Bericht soll dieses Angebot Kunden innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate auch in Deutschland unterbreitet werden. Nicht nur Generali, auch Allianz, Axa und andere Versicherer sollen ähnliche Projekte planen.

Bei Generali soll eine App zum Einsatz kommen, über die die relevanten Informationen gesammelt und anschließend zur Auswertung für die Versicherung bereitstellt werden. Die App erfasst über ein mitgeführtes Smartphone beispielsweise zurückgelegte Joggingstrecken, erlaubt die Eingabe der konsumierten Nahrungsmittel und dokumentiert Vorsorgetermine.

Datenschützer sehen dieses Modell problematisch. Zwar sei eine solche Offenlegung persönlicher Daten zur Lebensweise datenschutzrechtlich eventuell durchaus zulässig, wenn Kunden freiwillig einwilligten und vorher transparent über die geplante Datenverarbeitung informiert worden sein, so der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW Ulrich Lepper. Allerdings, so Lepper weiter, sollten „… persönlichste Daten zur täglichen Lebensführung Versicherungen nicht zur Verfügung gestellt werden, nur um einen Preisvorteil zu erhalten. Es ist Zeit für eine gesellschaftliche Debatte darüber, wo Grenzen für solche Geschäftsmodelle zu ziehen sind.“

fgo

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