2. November 2013 - Illegaler Adresshandel

Versicherung kaufte Adressen angehender Beamter

Die Versicherungsgesellschaft Debeka sich hat über Jahre durch illegal erworbene Adressen potenzieller Neukunden Wettbewerbsvorteile verschafft.

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Die Vertriebspraktiken der Debeka sind in die Kritik geraten (Bildquelle: Debeka).

Wie das Handelsblatt mit Bezug auf eigene Recherchen berichtet, hat sich der Versicherer Debeka seit 1980 über Jahrzehnte aus nicht näher definierten Quellen mit Adressen angehender Beamter versorgt.

Dieser Adresskauf sei der Unternehmensleitung bekannt gewesen, die illegal erworbenen Informationen seien an Vertriebsmitarbeiter weitergegeben worden, damit diese sie zur Neukundenakquise nutzen konnten. Laut Handelsblatt habe ein ehemaliger Mitarbeiter der Debeka an Eides statt erklärt, dass er diese Adressen von seinen Vorgesetzten gekauft habe.

Der Versicherer selbst hat mit einer Pressemeldung reagiert, in der „neue Verhaltensrichtlinien für Mitarbeiter“ angekündigt werden. In der Meldung räumt der aktuelle Vorstandsvorsitzende Uwe Laue den illegalen Adresskauf ein: „… So wissen wir, dass in den 1980er und 1990er Jahren Vertriebsmitarbeiter auf eigene Rechnung Adressen potentieller Kunden erworben haben, die zwischen Mitarbeitern weiter verteilt wurden. Auch der damaligen Führungsmannschaft fehlte die Sensibilität für diese datenschutzrechtliche Thematik. …“

Pikantes Detail: Laue war von 1994 bis 1998 als Leiter der Hauptabteilung Vertrieb für den Versicherer tätig, bevor er in dessen Vorstand wechselte.

fgo

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