25. Januar 2016 - E-Mails

Verschlüsselung stagniert auf niedrigem Niveau

Nur eine Minderheit der Anwender setzt Verschlüsselungsverfahren für den Schutz von per E-Mail versendeten privaten Daten ein. Vielen Nutzern ist diese Schutzmaßnahme unbekannt oder zu aufwendig.

E-Mail-Verschlüsselung stagniert Nur eine Minderheit schützt ihre Daten in E-Mails durch Verschlüsselung (Bild: maxkabakov / iStock / Thinkstock)

Nur 15 Prozent der Internet-Nutzer haben im vergangenen Jahr ihre E-Mails verschlüsselt, um den illegitimen Zugriff auf die Daten zu verhindern. Im Jahr 2014 waren es mit 14 Prozent ähnlich viele. Dies ist ein Ergebnis der Umfrage durch Bitkom Research, für die rund 1.000 Anwender ab 14 Jahren befragt wurden, die privat einen Computer nutzen.

Einen Boom erlebte die Verschlüsselung von E-Mails im Juli 2013, als die NSA-Spitzelaffäre bekannt wurde. In relativ kurzer Zeit verdoppelte sich die Zahl der Anwender, die ihre Mails verschlüsseln. Seitdem stagniert das Interesse.

Fehlendes Wissen und hoher Aufwand

Als Hauptgründe für einen Verzicht auf die Verschlüsselung werden mangelnde Kenntnisse und komplizierte Verfahren angegeben:

  • 64 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich damit nicht auskennen.
  • 59 Prozent sagten, dass ihre Kommunikationspartner keine Verschlüsselung einsetzen.
  • 26 Prozent halten Verschlüsselung grundsätzlich für zu aufwendig.

Neben der Verschlüsselung von E-Mails können Verbraucher auch die auf ihrem Computer gespeicherten Daten mithilfe einer Kryptografie-Software sichern. Davon machten im vergangenen Jahr 12 Prozent der Internetnutzer Gebrauch. Im Jahr 2014 waren es 11 Prozent und im Jahr davor 8 Prozent.

Vereinfachung angestrebt

Mittlerweile bauen viele Anbieter von Online-Diensten ihre Sicherheitsmaßnahmen aus und setzen dabei auch auf Verschlüsselung. Die am häufigsten verwendeten Standards für die Verschlüsselung einzelner E-Mails sind:

  • Pretty Good Privacy (PGP) sowie dessen Open-Source-Varianten
  • OpenPGP und
  • S/MIME (Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions).

Entscheidende Voraussetzung für eine Nutzung ist jedoch, dass Sender und Empfänger den gleichen Standard nutzen und den öffentlichen Schlüssel ausgetauscht haben. Daher fordert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: „Die Verschlüsselung von E-Mails sollte weiter vereinfacht und besser in die bestehenden Services eingebunden werden.“

Eine entsprechende Initiative hat das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie unter dem Stichwort „Volksverschlüsselung„gestartet.

fgo

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