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4. Oktober 2019 - Internet of Things

Verschlechtert sich der Datenschutz durch 5G?

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Der neue Standard für Mobilfunknetze 5G könnte auch eine Gefahr für den Datenschutz sein. Das legte jedenfalls eine aktuelle Umfrage nahe. Die Befürchtungen konzentrieren sich vor allem auf das Internet of Things (IoT).

Nur etwas mehr als zehn Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung des Datenschutzes mit der Einführung von 5G Nur etwas mehr als zehn Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung des Datenschutzes mit der Einführung von 5G (Grafik: TÜV Rheinland)

5G hat es in den vergangenen Monaten häufig in die Schlagzeilen geschafft. Nicht zuletzt auch wegen des Handelskrieges zwischen den USA und China.

Der Technologiekonzern Huawei ist weltweit einer der wichtigsten Zulieferer für den neuen Funkstandard. Und die US-Regierung hat die Erzeugnisse von Huawei weltweit einem Bann unterworfen.

Gegenüber dem unmittelbaren Vorgänger 4G / LTE bringt der neue Standard deutlich höhere Datenkapazitäten und geringere Reaktionszeiten. Dies beweisen auch die ersten Testinstallationen in Großstädten, die die Mobilfunkprovider bereits in Betrieb genommen haben.

Datenschutz könnte sich verschlechtern

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zum Thema 5G und Datenschutz im Auftrag des TüV Rheinland zeigt, dass mehr als 36 Prozent der Befragten mit einer Verschlechterung des Datenschutzes im Zusammenhang mit der Einführung von 5G rechnen.

Davon sind 26,7 Prozent der Meinung, dass sich der Datenschutz „eher verschlechtern“ würde, 9,6 Prozent rechnen sogar mit einer „eindeutigen“ Verschlechterung des Datenschutzes.

Besorgnis im Zusammenhang mit IoT

Das Ergebnis der Befragung zeigt eine deutliche Verunsicherung der Anwender des zukünftigen Standards.

Dies könnte auch im Zusammenhang damit stehen, dass das Netz besonders für den Einsatz von Komponenten des Internet of Things (IoT) geeignet ist.

Die schnelleren Reaktionszeiten werden nach Einschätzung vieler Experten zu einer stärkeren Durchdringung mit „smarten“ Geräten und Sensoren führen.

Da die Übertragung von Daten innerhalb des Netzes nahezu in Echtzeit erfolgen kann, dürfte das Anwendungsgebiete wie das Smart Home, Smart Meter, Robotik oder Telematikdienste in Fahrzeugen antreiben.

Außer der höheren Übertragungsgeschwindigkeit, zum Beispiel bei Streaming oder Online-Spielen, gibt es für private Anwender derzeit noch keine Anwendungsszenarien, die unmittelbar von 5G profitieren dürften.

In Wirtschaft und Politik wird das neue Netz dagegen als Voraussetzung einer vollständig vernetzten Gesellschaft gesehen.

Vertrauen in neue Technologie fehlt noch

Offenbar scheint diese stärkere Vernetzung aber der Knackpunkt auf der Seite der Nutzer zu sein.

Die Verbraucher hegen anscheinend die Befürchtung, dass mit einer stärkeren Vernetzung von Geräten, die sich der unmittelbaren Kontrolle durch den Anwender entziehen, wie etwa die Sensoren im Auto, auch eine Schwächung des Datenschutzes einhergeht und somit die Nutzergewohnheiten noch transparenter werden.

Die repräsentative Befragung wurde im September 2019 unter 2.500 Teilnehmern durchgeführt.

Stephan Lamprecht