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8. Juni 2018 - Allgemeiner Datenschutz

Verbot von Social-Media-Apps auf Firmenhandys

Der Continental-Konzern verbietet jetzt rigoros die Nutzung von Social-Media-Apps wie WhatsApp und Snapchat auf Diensthandys. Damit steht das Unternehmen nicht allein, wie eine Umfrage des Manager Magazins zeigt.

Continental-Konzern verbietet Social Media Immer mehr Unternhemen verbieten ihren Mitarbeitern Social-Media-Apps auf den Diensthandys, aber das Verbot hat unterschiedliche Gründe. (Bild: Blablo101 / iStock / Thinkstock

Wegen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes ist ab sofort der Einsatz von Social-Media-Apps wie WhatsApp und Snapchat auf Diensthandys des Unternehmens Continental verboten.

Dies gelte im weltweiten Unternehmensnetzwerk und betreffe mehr als 36.000 Mobiltelefone, wie das Unternehmen mitteilte.

Der bekannte Automobilzulieferer kritisiert, dass die Anwendungen die Verantwortung für den Datenschutz auf die Nutzer abwälzten.

Um der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu folgen, müssten WhatsApp-Nutzer von jeder Person im Adressbuch einzeln die Zustimmung zum Teilen ihrer Daten mit den Diensten einholen.

Doch genau das sei im Alltag „nicht ausreichend zuverlässig und damit praktisch untauglich“.

Verbot könnte wieder zurückgenommen werden

In seiner Erklärung ließ der Konzern aber durchblicken, dass die Regelung zum Verbot der Messenger-Apps aufgehoben werden könnte, wenn die Anbieter die datenschutzrechtlich unbedenkliche Nutzung bereits in der Grundeinstellung ermöglichten.

Die Landesbeauftragte für Datenschutz in Niedersachsen, Barbara Thiel, begrüßte die Entscheidung des niedersächsischen Autozulieferers in einem Artikel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Sie regte darin an, dass Unternehmen künftig datenschutzfreundlichere Messengerdienste nutzen sollten.

Der Anbieter Snapchat wies die Kritik von Continental dagegen zurück. Continental habe unrecht mit seinen Vorwürfen, weil es nach dem Verständnis des Dienstes völlig dem Nutzer überlassen bleibe, Zugang zu seinen Kontakten zu gewähren oder diese Daten unzugänglich zu machen.

Damit geht die Antwort des Unternehmens aber an den Vorwürfen des Konzerns vorbei. Denn wie bei vielen anderen Messengern und Apps für Social Media muss der Nutzer die Restriktionen erst einrichten.

Auch andere Unternehmen haben den Einsatz von Messengern reglementiert

Das Manager Magazin hat im Zusammenhang mit der Entscheidung bei Continental auch andere Unternehmen zur Nutzung von Messenger-Diensten befragt:

  • Die Deutsche Bank hat die Nutzung von Messenger-Diensten bereits im vergangenen Jahr verboten. Dort waren aber offensichtlich weniger Datenschutzbedenken ausschlaggebend. Vielmehr ging es um die unzureichende Archivierung von Nachrichten.
  • Bei BMW dürfen nur vom Unternehmen freigegebene Apps eingesetzt werden. Dazu gehört WhatsApp nicht.
  • Anders sieht es bei SAP aus. Hier sind Messenger für die private Nutzung erlaubt, aber ohne Zugriff auf das lokale Adressbuch.

Gerade größere Unternehmen denken nicht nur zuletzt wegen der DSGVO beim Einsatz von Messengern um.

Stephan Lamprecht