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11. Januar 2019 - Datenschutz-Grundverordnung

Unternehmen in Österreich setzen DSGVO nur zögerlich um

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In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Deutschland: Die wenigsten Unternehmen haben die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bisher umgesetzt. Das zeigen die Untersuchungsergebnisse der Unternehmensberatung Deloitte.

Wie steht es um die DSGVO-Umsetzung? Die meisten Unternehmen haben zur Unterstützung Datenschutzbeauftragte im Einsatz (Bild: iStock.com / #Urban-Photographer)

Im Dezember 2018 hat das Beratungsunternehmen Deloitte leitende Mitarbeiter von insgesamt 212 österreichischen Firmen zur Umsetzung der DSGVO befragt.

Nur die wenigsten Firmen haben Umsetzung abgeschlossen

Nur die wenigsten Firmen haben die Umsetzung vollständig abgeschlossen:

  • Gerade einmal 25 Prozent der Befragten gaben an, alle Projekte und Maßnahmen erfolgreich umgesetzt zu haben.
  • Fast zwei Drittel befinden sich mitten in der Umsetzung der Vorschriften.
  • 12 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen sich selbst dabei am Anfang.

Als besonders herausfordernd haben die Teilnehmer der Befragung das Thema Löschfristen bezeichnet.

Auch die rechtliche Auslegung und die Übertragung auf die eigenen Prozesse wurden als schwierig betrachtet.

Das gilt ebenfalls für die Verfügbarkeit von qualifizierten Ressourcen im Unternehmen.

Unternehmen wollen Prozesse optimieren …

In der Bestandsaufnahme zur Umsetzung wurden die Unternehmen befragt, welchen Schwerpunkt sie in der Arbeit für das Jahr 2019 sehen.

Hier liegt ein Augenmerk der Verantwortlichen auf der Verbesserung eines Löschkonzepts. Dies wurde am häufigsten genannt.

Den zweiten Platz im Ranking teilen sich eine Überprüfung des Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten sowie ein Ausbau von Maßnahmen, um die Aufmerksamkeit für das Thema Datenschutz zu erhöhen.

Auch die Durchführung von Schulungen liegt bei den Aufgaben des Jahres weit vorn.

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… und setzen auf Datenschutzbeauftragte

Fast drei Viertel der Studienteilnehmer hat einen Datenschutzbeauftragten im Einsatz. Dabei greifen die Firmen überwiegend (zwei Drittel) auf eigene Mitarbeiter zurück.

Und 60 Prozent der Befragten haben sich auch schon einmal Unterstützung von außen geholt. Bei 5 Prozent der Unternehmen ist das zumindest in Planung.

Dabei dürfte eine Rolle spielen, dass auch in Österreich mit einer Zunahme der Anfragen von Betroffenen gerechnet werden muss.

Vor der Einführung der DSGVO haben die befragten Unternehmen kaum Anfragen in Bezug auf Auskunft oder Löschung erhalten. Daran hat auch der Stichtag im Mai nichts geändert.

Die Anzahl ist zwar leicht gestiegen, aber nach wie vor überschaubar. Über ein Drittel der Unternehmen hat noch gar keine Anfrage erhalten.

Stephan Lamprecht