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3. Mai 2018 - DSGVO

Unternehmen immer noch nicht fit für die DSGVO

Wenige Wochen bevor die europäische Datenschutz-Grundvordnung (DSGVO) umgesetzt sein muss, hadern viele Firmen noch mit ihrer Compliance. Die Mehrheit ist noch nicht bereit für den Stichtag.

Nur 7 Prozent der Firmen sind vorbereitet Endspurt DSGVO: Gerade einmal 7 Prozent der Firmen sind ausreichend vorbereitet (Bild: Imilian / iStock / Thinkstock)

Das Unternehmen SAS hat für seine Studie branchenübergreifend 183 Mitarbeiter befragt, die für die Vorbereitung ihrer Organisation auf die Richtlinie verantwortlich sind.

Nur 7 Prozent der Firmen halten sich für vorbereitet

93 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, noch nicht vollständig richtlinienkonform zu handeln. Weniger als die Hälfte (46 Prozent) ist der Ansicht, alle Aufgaben bis zum Stichtag am 25. Mai abgeschlossen zu haben.

Bei der Einschätzung der vorbereitenden Maßnahmen ergeben sich deutliche Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Unternehmen. 53 Prozent der EU-Firmen sind optimistisch, ihre Vorbereitung termingerecht abgeschlossen zu haben. Bei den US-Unternehmen beträgt dieser Anteil lediglich 30 Prozent.

Auch wenn die Mehrheit noch mit der Umsetzung der DSGVO hadert, arbeiten doch (fast) alle Firmen daran. 93 Prozent der Befragten gaben an, einen Plan zu verfolgen, wie die Richtlinien umzusetzen sind.

Herausforderungen sind Datenquellen und Künstliche Intelligenz

Als besondere Herausforderung im Vorfeld der Umsetzung der DSGVO sehen die Firmen die Zusammenstellung der verschiedenen Quellen, in denen personenbezogene Daten gespeichert oder verarbeitet werden. Problematisch erscheint den Firmen außerdem, die notwendigen Fachkenntnisse aufzubauen, um das Erreichen der Compliance aktiv zu managen.

Die Verordnung wird auf jeden Fall Auswirkungen auf interne Prozesse und Projekte haben. Knapp die Hälfte der Befragten vertritt die Ansicht, dass davon besonders Projekte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und des maschinellen Lernens betroffen sein werden. Hier werden in aller Regel große Datenmengen benötigt, damit die entwickelten Programme etwa Muster zuverlässig erkennen.

Noch höher ist der Anteil der Unternehmen, die Auswirkungen auf ihre IT-Prozesse insgesamt sehen. Damit rechnen 75 Prozent der Befragten.

Trotz der vielen Mühen und Herausforderungen scheinen die Firmen der DSGVO nicht ablehnend gegenüber zu stehen. Einerseits werden hier Chancen erkannt, in Zukunft Daten besser handhaben zu können. Andererseits sehen fast 70 Prozent die Möglichkeit, das Vertrauen gegenüber ihren Kunden zu verbessern, was letztlich auch zu einem verbesserten Image führt.

SAS hat die wichtigsten Ergebnisse der Studie in Form einer englischsprachigen Infografik zusammengestellt.

Stephan Lamprecht