18. August 2016 - Datensicherheit

Unternehmen halten Daten in der Cloud für nicht sicher

Immer mehr Unternehmen verlagern Prozesse und Dienste aus ihrer IT-Infrastruktur in die Cloud. Dabei halten viele Verantwortliche das Cloud-Computing für unsicher, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Cloud Computing: Studie zeigt große Skepsis bei der Datensicherheit Unternehmen sind weiter skeptisch gegenüber dem Cloud Computing, wenn es um die Datensicherheit geht (Bild: Boarding1Now / iStock / Thinkstock)

Das Unternehmen Gemalto hat in Zusammenarbeit mit dem Ponemon Institute mehr als 3.400 IT-Manager zum Thema Cloud Computing befragt. Mit bemerkenswerten Erkenntnissen unter den Gesichtspunkten Datenschutz und Datensicherheit.

Cloud Computing ist nicht wegzudenken

73 Prozent der weltweit befragten IT-Manager vertreten die Ansicht, dass die Cloud inzwischen wichtig für das eigene Geschäft geworden ist. Und ein ähnlich hoher Anteil glaubt, dass die Bedeutung des Themas in den kommenden zwei Jahren weiter zunehmen wird.

Die weiteren Ergebnisse der Befragung zeichnen aber ein erschütterndes Bild im Umgang mit Cloud-Services:

  • So geben zwar 65 Prozent der Manager an, dass ihr Unternehmen sich verantwortungsvoll im Umgang Privatsphäre und sensiblen Daten der Kunden zeigt.
  • Aber mehr als die Hälfte der befragten Manager (54 Prozent) ist der Meinung, dass die eigenen Maßnahmen zum Schutz dieser Daten in Cloud-Umgebungen nicht ausreichen.
  • Und ebenso viele Befragte sind der Meinung, dass sich ihr Unternehmen zu wenig Gedanken über den Austausch von schützenswerten Daten beim Austausch mit Geschäftspartnern über die Cloud macht.

Cloud Computing schafft Probleme

Die Probleme beim Cloud Computing sind vielschichtig.

  • Zu den wichtigsten gehört die Schatten-IT. So geben die Befragten an, dass gut die Hälfte der in ihren Unternehmen eingesetzten Cloud-Systeme nicht von der IT-Abteilung eingeführt und zur Verfügung gestellt wird, sondern von anderen Abteilungen. So können sich die Experten nicht um die Sicherheit der Systeme kümmern.
  • Ein weiteres Problem liegt darin, dass bewährte Sicherheits- und Schutzverfahren nur bedingt in der Cloud anwendbar sind. So empfindet es mehr als die Hälfte der IT-Verantwortlichen als schwierig, Datensicherheit und Datenschutz in Cloud-Umgebungen aufrecht zu erhalten. Das betrifft einerseits die Kontrolle des Zugangs von Mitarbeitern auf die Systeme. Als schwierig wird aber auch gesehen, die Cloud-Anbieter auf das von Unternehmen gewünschte Sicherheitsniveau zu verpflichten.
  • Immer mehr Kunden- und Mitarbeiterdaten landen in Cloud-Systemen. 62 Prozent der Unternehmen legen inzwischen solche Informationen auf externen Systemen ab. Und das, obwohl 53 Prozent der Verantwortlichen solche Daten als besonders gefährdet sehen, wenn sich diese in der Cloud befinden.
  • Sicherheitsexperten spielen bei der Auswahl von Cloud-Systemen eine untergeordnete Rolle. Bei der Entscheidung über den Einsatz eines Systems sitzen nur bei 21 Prozent der Unternehmen Sicherheitsexperten mit am Tisch. 64 Prozent der Firmen besitzen nicht einmal Vorschriften, die beim Betrieb und der Auswahl von Cloud-Systemen in Hinblick auf die Sicherheit zu berücksichtigen sind.

Die Studie von Gemalto bestätigt im Kern die Vorbehalte, die viele Datenschutzbeauftragte gegenüber dem Cloud Computing hegen.

Stephan Lamprecht

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