31. August 2015 - Biometrie

Ungarn plant umfassende Erfassung biometrischer Profile

Die ungarische Regierung will biometrischen Informationen ihrer Bevölkerung in einer Datenbank speichern, auf die praktisch jede öffentliche Einrichtung zugreifen kann.

Zugangskontrolle per Biometrie kann auch ohne Datenspeicherung in der Cloud funktionieren (Bild: Sergey Nivens/iStock/Thinkstock) Ungarn plant eine Datenbank mit den biometrischen Merkmalen seiner Bürgerinnen und Bürger (Bild: Sergey Nivens / iStock / Thinkstock)

Wie die Webseite der ungarischen Tageszeitung Napi Gazdaság berichtet, hat das dortige Innenministerium den Entwurf eines Gesetzes vorgelegt, das die Entwicklung einer Datenbank mit den Gesichtsprofilen der knapp zehn Millionen Einwohner vorsieht.

Zugriff für strafverfolgende und geheimdienstliche Aufgaben

Grundlage der Datenbank sollen die Bilder sein, die Staatsbürger bei der Beantragung des offiziellen Personalausweises oder bei der Ausstellung eines Führerscheins vorlegen. Der Zugriff auf diese Datensammlung soll zahlreichen öffentlichen Einrichtungen gestattet sein, um strafverfolgende und geheimdienstliche Aufgaben zu erfüllen.

Bereits im Januar 2016 soll diese Datenbank, deren Erstellungskosten mit vier Milliarden Forint (12,7 Millionen Euro) beziffert werden, verfügbar sein. Den Betreibern soll es erlaubt sein, die hinterlegten biometrischen Profile mit Daten aus anderen Quellen wie Steuerbehörden und Melderegister zu verknüpfen.

Abhören von Telefon- und Internet-Verbindungen soll erleichtert werden

Parallel will die ungarische Regierung für Strafverfolger auch das Abhören von Telefon- und Internet-Verbindungen erleichtern und Provider per Gesetz dazu verpflichten, entsprechenden Maßnahmen nach einem gerichtlichen Erlass zuzustimmen.

fgo

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