6. August 2015 - Asset Deals

Umgang mit personenbezogenen Daten bei einem Unternehmensverkauf

Im Rahmen von Übernahmen oder Verkäufen von Unternehmen wechseln auch die Kundendaten den Eigentümer. Doch auch dabei sind die Rechte der Betroffenen zu beachten. Verstöße gegen dieses Gebot können teuer werden.

Kundendaten sind auch bei Asset Deals zu schützen Werden bei einem Unternehmensverkauf auch die Kundendaten übernommen, dürfen nicht alle Daten ohne erneute Einwilliung verwendet werden (Bild: Imilian / iStock / Thinkstock)

Die Rechte der Betroffenen müssen auch im Fall eines Firmenverkaufs gewahrt werden. Darauf weist das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hin. In einem konkreten Fall mussten gleich zwei Unternehmen Bußgelder in fünfstelliger Höhe zahlen, weil sie zu wenig auf den Schutz der Daten geachtet hatten.

Kundendaten als “Assets” eines Unternehmens

Die Kundenbasis stellt für viele Unternehmen einen beträchtlichen Wert dar. Im Rahmen von Firmenübernahmen oder Verkäufen wird die Kundendatenbank üblicherweise als besonders werthaltiges Wirtschaftsgut (Asset) betrachtet und geht in die Verhandlungen über die Kaufsumme mit ein. Das gilt sinngemäß auch für den Fall der Insolvenz eines Unternehmens. Die Daten stellen für den Insolvenzverwalter oft genug einen der letzten verkaufbaren Werte dar, aus dessen Verkauf die Forderungen der Gläubiger bedient werden könnten.

Bei der Veräußerung von Kundendaten ist aber unter Aspekten des Datenschutzes Vorsicht geboten.

Nur Listendaten sind unkritisch

Wertvoll sind die Kundendaten für ein Unternehmen aufgrund der Möglichkeit zur direkten Werbeansprache. Datenschutzrechtlich unkritisch sind hier nur die sogenannten Listendaten des Kunden. Dazu gehören sein Name und die postalische Anschrift. Solche Informationen dürfen auch ohne die Zustimmung des Betroffenen übermittelt werden. Das Unternehmen, welches die Kundendaten verkauft, muss diese Übertragung allerdings dokumentieren.

In der Praxis besitzen Unternehmen sehr viel weitergehende Informationen über ihre Kunden, zum Beispiel E-Mail-Adressen, Kontodaten oder Telefonnummern. Üblicherweise speichern Unternehmen auch die Kaufhistorie des Kunden. Die Übersicht darüber, wer wann etwas gekauft hat, besitzt aus werblichen Gründen einen zusätzlichen Wert.

Zu bedenken ist allerdings, dass diese Daten ohne Einwilligung des Betroffenen nicht übermittelt werden dürfen. Diese Einwilligung müsste also vor dem Verkauf eingeholt werden. Oder aber der Kunde muss bereits im Vorfeld (etwa zu Beginn der Geschäftsbeziehung) auf die Möglichkeit einer solchen Übertragung hingewiesen worden sein. In diesem Fall hätte er vorab widersprechen können.

Im konkreten Fall unterblieb beides. Somit blieb dem BayLDA keine andere Möglichkeit, als den Verstoß zu ahnden. Die Behörde kündigte zudem an, auch in Zukunft ähnlich gelagerte Fälle mit Geldbußen zu belegen, um die Sensibilität der Unternehmen gegenüber diesem Sachverhalt zu erhöhen.

SLA

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln