21. März 2011 - Datenschutzkonforme Webanalyse

ULD gibt Empfehlung für Webanalyse-Werkzeuge

Daten aus Webnutzungsanalysen haben eine hohe persönlichkeitsrechtliche Relevanz. Das Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) veröffentlicht nun Ratschläge zum datenschutzkonformen Einsatz von Analysetools.

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Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein empfiehlt zur Webanalyse das Tool Piwik (Logo: ULD)

Webnutzungsanalysen dienen der Optimierung der Informationsangebote auf Webseiten. Nach Auffassung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) sind jedoch viele der vorrangig eingesetzten Webanalyse-Werkzeuge mit den gesetzlichen Vorschriften nicht in Einklang zu bringen. Dies gelte insbesondere für den Dienst „Google Analytics“, so das ULD.

Daten aus Google Analytics ermöglichen weitreichende Profile

Der Dienst erhebt umfangreiche Daten über den Nutzer und seine Nutzung der Webseite, die Google an nicht genauer definierten Orten in deren Unternehmens-Cloud analysiert und die Analyseergebnisse den einzelnen Webseitenbetreibern in aggregierter Form bereit stellt.

Aus ihnen könnten Nutzungs-, Interessens-, Kommunikations-, Bewegungs- und sogar Aufmerksamkeitsprofile erstellt werden, kritisiert das Unabhängige Landeszentrum.

ULD: Google Analytics nach deutschem Recht nicht datenschutzkonform

Das ULD hatte 2008 durch umfassende technische Analysen festgestellt, dass sich „Google Analytics“ nach deutschem Recht nicht datenschutzkonform einsetzen lässt.

In einem Gespräch präsentierte das ULD daher Vertretern von Google, einschließlich dessen Chefentwickler für Analytics, die bestehenden Datenschutzbedenken, die von dem Unternehmen bisher nicht ausgeräumt werden konnten.

ULD empfielt Piwik für die Webanalyse

Als Alternative für Webstatistiken schlägt das ULD deshalb Piwik vor. Das ULD hat das unentgeltlich zur Verfügung stehende Produkt Piwik geprüft und Rahmenbedingungen festgehalten, wie es sich datenschutzkonform einsetzen lässt.

Anders als bei vielen anderen Produkten zur Webanalyse findet die Verarbeitung nicht bei einer anderen Stelle oder bei einem Auftragsdatenverarbeiter statt, sondern auf dem Rechner des Webseitenanbieters selbst.

Keine Zertifizierung nach dem European Privacy Seal

Die abgegebene Beurteilung des Produkts Piwik kommt nicht einer Zertifizierung gleich, betont das ULD. Bisher gäbe es keine derart zertifizierten Analyse-Werkzeuge und auch keine entsprechenden Verfahren.

Das ULD würde es aber sehr begrüßen, wenn Anbieter von Analyse-Werkzeugen ihre Produkte einer umfassenden Datenschutzzertifizierung unterwerfen würden. Auf diese Weise würde der Markt für im Internet eingesetzte datenschutzkonforme Produkte weiter gestärkt.

21.03.2011 (ULD/BM)

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