28. April 2015 - EU-Datenschutzrecht

Twitter zieht um

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat angekündigt, die Daten seiner Anwender, die nicht in den USA leben, ab Mitte Mai vom irischen Dublin aus zu verwalten. Die Auslegungen der EU- Datenschutzvorschriften in Irland gelten als besonders locker.

Twitter zieht um Twitter will die Daten seiner Nicht-US-Kunden künftig von Irland aus verwalten. (Bild: Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock)

Twitter ändert zum 18. Mai 2015 seine Datenschutzrichtlinien: Demnach werden alle Daten von nicht in den USA lebenden Twitter-Usern vom irischen Dublin aus verwaltet. Sie unterliegen damit nicht mehr dem Datenschutzrecht der Vereinigten Staaten von Amerika, da bislang sämtliche Daten in San Francisco gespeichert wurden.

Twitter hat laut eigenen Aussagen derzeit monatlich 288 Millionen aktive Nutzer, die 500 Millionen Tweets täglich versenden. 77 Prozent der Konten wurden außerhalb der USA eröffnet. Die Änderungen der Bestimmungen zum Datenschutz bei Twitter betreffen also rund 220 Millionen Twitter-Kunden.

Die irischen Auslegungen des Datenschutzes gelten innerhalb der Europäischen Union als lax und werden regelmäßig von Datenschützern und auch von Ländern mit strengeren Datenschutzvorgaben kritisiert. Auch andere große Internet-Firmen planen irische Niederlassungen. So hat der Online-Shop Zalando angekündigt, eine Niederlassung in Dublin eröffnen zu wollen, über die unter anderem die Datenanalysen abgewickelt werden sollen. Das Unternehmen betonte, die lockereren Datenschutzregeln hätten bei der Standortwahl keine Rolle gespielt.

fgo

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