1. November 2012 - Handel mit Standortdaten

Telefónica will Bewegungsprofile der Handy-Kunden vermarkten

Der spanische Telekommunikationsanbieter Telefónica plant die Auswertung und Vermarktung von Bewegungsdaten seiner Kunden. Als Abnehmer der Leistungen dieses Services hat man Einzelhändler im Visier, die diese Informationen zu Bewegungsströmen für ihr Marketing nutzen sollen.

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Firmenzentrale der Telefónica-Tochter O2 in München (Quelle: O2).

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen hat der verschuldete Telefonkonzern, zu dem auch der in Deutschland aktive Mobilfunkanbieter O2 gehört, den Geschäftsbereich Telefónica Dynamic Insights gegründet, der mit „Smart Steps“ ein erstes Produkt angekündigt hat. Gleichzeitig hat man die Kooperation mit der GfK bekanntgegeben.

Über Smart Steps sollen Unternehmen aggregierte und anonymisierte Bewegungsdaten von Mobilfunknutzern erwerben können, die mit Bestandsdaten der Kunden wie etwa Alter und Geschlecht verknüpft sind. Über die Auswertung dieser Informationen sollen Händler in die Lage versetzt werden, ihr Angebot in bestehenden Geschäften an den Besucherströmen auszurichten. Auch bei der Standortwahl neuer Filialen lassen sich diese Daten nutzen.

Gestartet werden soll dieser Service zunächst in Großbritannien, ob er auch in Deutschland von O2 angeboten wird, ist zumindest fraglich. So stellte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums laut „Spiegel“ fest: „Der Handel mit Standortdaten ist grundsätzlich verboten.“ Kritik kommt auch von Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, der eine rechtliche Zulässigkeit nur dann gegeben sieht, wenn der Nutzer explizit seine Zustimmung erteilt habe, dass der Anbieter seine Daten verwenden darf.

(01.11.2012/fgo)

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