13. Mai 2016 - Datendiebstahl

Studie: Hackerangriffe sorgen für Kundenabwanderung

Verliert ein Unternehmen personenbezogene Daten durch einen Hackerangriff, sind Kunden – zumindest theoretisch – bereit, gerichtliche Schritte einzuleiten oder das Unternehmen als Kunde zu verlassen.

Hackerangriffe sorgen für Kundenverluste Kunden sind häufig bereit, beim Diebstahl ihrer Daten deutliche Konsequenzen gegenüber dem betroffenen Unternehmen zu ziehen (Bild: supershabashnyi / iStock / Thinkstock)

Eine aktuelle internationale Umfrage unter Computer-Nutzern hat ergeben, dass Verbraucher durchaus zu drastischen Konsequenzen bereit sind, wenn ein Unternehmen, bei dem sie Kunde sind, Opfer eines Datendiebstahls wird:

  • So wären 61 Prozent der Befragten aus Deutschland in einem solchen Fall geneigt, gegen das betroffene Unternehmen zu klagen.
  • 59 Prozent gaben an, dass sie die Kundenbeziehungen zum Unternehmen aufkündigen würden.
  • 71 Prozent würden einem betroffenen Unternehmen weniger persönliche Daten zur Verfügung stellen.

Studie belegt Imageschäden

Auch des Renommee von Unternehmen, bei denen Datenlecks auftraten, leidet:  35 Prozent der Befragten gaben an, dass Datenlecks im vergangenen Jahr ihre Wahrnehmung der betroffenen Organisationen negativ beeinflusst haben. Rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten sagte sogar, dass diese Vorfälle ihre Wahrnehmung einer gesamten Branche negativ beeinflussen.

Verbraucher sehen das Management gefordert

Die Ergebnisse zeigen auch, dass die öffentliche Wahrnehmung durchaus zwischen menschlichen Fehlern als Ursache für einen Datendiebstahl und einer unzureichenden Sicherheitsstrategie des Unternehmens zu unterscheiden weiß:

  • Mehr als zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) würden nicht mehr Kunde bei einem Unternehmen sein wollen, bei dem sich das Management unzureichend um Cybersicherheit gekümmert hat.
  • Dagegen würden lediglich 39 Prozent einen solchen Schritt wählen, wenn das Datenleck das Resultat eines menschlichen Versagens war.

Relativ gering ist der Glaube an die Lernfähigkeit von Unternehmensführungen, wenn es zu einem Datendiebstahl kommt: 69 Prozent der Befragten glauben nicht, dass Organisationen nach einem Cyberangriff ausreichend Schritte ergreifen, um einen künftigen Datenklau möglichst zu verhindern.

Befragte über Bankensektor besonders besorgt

Die größte Sorge gilt dabei dem Bankensektor – 88 Prozent der in der Studie Befragten nannten Banken als eine der drei Top-Branchen, bei denen sie sich die größten Sorgen machen, dass Cyberkriminelle bei einem Hackerangriff persönliche Daten erbeuten. 37 Prozent haben Sorge um ihre persönlichen Daten bei E-Mail-Anbietern. Im Gesundheitswesen wie in Krankenhäusern oder bei Ärzten waren dies 30 Prozent und bei Versicherungen 28 Prozent.

Für die Studie Beyond the bottom line: The real cost of data breaches hat das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne in Auftrag von FireEye Verbraucher in fünf Regionen befragt. Teilnehmer an der Umfrage waren Personen ab 18 Jahren aus Deutschland (1.000), Frankreich (1.000), Skandinavien (500), den Vereinigten Arabischen Emiraten (1.000) und den USA (2.000).

fgo

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