17. Juni 2016 - Kooperation von FAU und BayLDA

Studie zum Browser-Fingerprinting: Teilnehmer gesucht!

Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg wollen näher untersuchen, wie Anwender im Internet über Browser-Fingerprints identifiziert werden. Für das Projekt bitten sie um Mithilfe.

Studie zum Browser-Fingerprinting von BayLDA und FAU Informationen zu Browsertyp und -konfiguration sind in ihrer Kombination meist ebenso einzigartig wie Fingerabdrücke (Bild: bestdesigns / iStock / Thinkstock)

Der Lehrstuhl für Informatik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg (FAU) hat eine Studie zu Browser-Fingerprinting gestartet. Ziel ist es, diese Methode des Nutzer-Trackings besser zu erforschen.

Für die Durchführung der Studie und die Erhebung von Praxisdaten bitten die Forscher der FAU um die Mithilfe von Anwendern, die bereit sind, an der Studie teilzunehmen:

  • Teilnahmelink: https://browser-fingerprint.cs.fau.de/
  • Hier ist lediglich die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse nötig.
  • Der Zeitaufwand beträgt laut den Studienverantwortlichen weniger als einer Minute pro Woche für einen Zeitraum von vier Wochen.

Der Lehrstuhl versichert ausdrücklich, dass die angegebenen E-Mail-Adressen mit der Beendigung der Teilnahme an der Studie aus der Datenbank gelöscht und unter keinen Umständen personenbezogene Daten an Dritte weitergegeben werden.

So funktioniert Browser-Fingerprinting

Jeder Browser bietet beim Aufrufen einer Webseite eine Reihe von Informationen an, etwa

  • zum eingesetzten Betriebssystem und Browsertyp,
  • zu Zeitzonen und Bildschirmeinstellungen sowie
  • zu installierten Plug-Ins einschließlich deren Versionsnummern und Schrifttypen.

Ursprünglich waren diese Funktionalität dafür vorgesehen, Entwicklern ein Werkzug an die Hand zu geben, um mithilfe dieser Informationen die Darstellung einer Webseite individuell zu optimieren.

In der Summe sind diese Informationen zu einer Browser-Installation aber auch gut dazu geeignet, Browser und damit seine Nutzer mehr oder weniger eindeutig zu identifizieren. Denn die Mehrheit aller Browser-Installationen besitzt einen einzigartigen Fingerprint. Das bedeutet, dass sich Benutzer im Web – ohne sich zuvor auf einer Webseite angemeldet oder der Annahme von Cookies zugestimmt zu haben – wiedererkennen und sogar über mehrere Webseiten hinweg verfolgen lassen.

Prüfung des BayLDA angekündigt

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) arbeitet zusammen mit der Universität Erlangen an diesem Forschungsprojekt. Ziel ist es, ein automatisiertes Programm zur Erkennung des Browser-Fingerprintings zu erstellen und zu testen. Im Herbst dieses Jahres plant das Landesamt eine große Reihenuntersuchung im Internet, um festzustellen, welche Unternehmen Browser-Fingerprinting einsetzen und ihre Website-Besucher ohne deren Wissen identifizieren.

fgo

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