23. Mai 2011 - Geodatendienste

Streetside startet mit Kamerafahrten

Microsoft beginnt mit der Erfassung öffentlicher Straßen und Plätze für seinen Dienst Bing Maps Streetside. Erste Kameraautos fahren ab heute durch Nürnberg, Fürth und Erlangen. Insgesamt will der Konzern 60 deutsche Städte erfassen.

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Die Kamera-Autos von Streetside sind mit 360-Grad-Kameras bestückt (Foto: Navteq)

Gegenüber dem Nachrichtendienst dapd bestätigt Microsoft, dass seine Autos ab dem heutigen Montag durch Nürnberg, Fürth und Erlangen fahren werden. Die Fahrzeuge sind mit 360-Grad-Kameras bestückt. Noch im Sommer sollen erste Straßenkarten über die Suchmaschine Bing aufgerufen werden können – mit Rundumsicht.

Am 6. April hatte das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) gegen die Aufnahmen „grundsätzlich keine Einwände erhoben“, wenn die Gesichter der aufgenommenen Personen und auch die Kfz-Kennzeichen „unverzüglich unkenntlich“ gemacht werden.

Persönlicher Einspruch erst nach Publikation der Daten

Die Veröffentlichung von Hausansichten ist nach Auffassung des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht nur zulässig, sofern den Betroffenen auch vor der Veröffentlichung die Möglichkeit eingeräumt wird, innerhalb einer angemessenen Frist Widerspruch einzulegen.

Datenschutzbeauftragte der Länder sehen als problematisch das erklärte Vorhaben von Microsoft an, die Aufnahmen zunächst online zu stellen und dann auf Widersprüche zu reagieren.

Selbstverpflichtung von Panorama-Bilderdiensten

Das von Google bei dem Projekt „Street View“ angewandte Verfahren, zunächst eine Frist zum Widerspruch einzuräumen und erst anschließend die Veröffentlichung vorzunehmen, sieht Microsoft mit Verweis auf einen Geodaten-Kodex der wichtigsten Anbieter von Panorama-Bilderdiensten für nicht erforderlich.

Der am 1. Dezember 2010 veröffentlichte und am 28. Februar 2011 überarbeitete Selbstverpflichtungsvorschlag sieht Regeln für Online-Dienste vor, die von der Straße aus aufgenommene Panoramen im Internet zeigen. Diesem Kodex nach haben die Unternehmen sich darauf geeinigt, Nutzern erst nach der Publikation der Daten zu ermöglichen, diejenigen zu löschen, die sie persönlich betreffen.

BayLDA/BM

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