8. September 2013 - Mobilfunkortung

Stille Post vom Zoll

Deutsche Behörden nutzen immer häufiger die Möglichkeit, den Standort eines Mobiltelefons unbemerkt vom Benutzer festzustellen.

stille-post-vom-zoll.jpeg
Auch wenn der Bildschirm dunkel bleibt, verrät das Mobiltelefon seinen Standort (Bildquelle: Torsten Lohse/pixelio.de).

Verfassungsschutz, BKA, Zoll und Bundespolizei haben 2012 zusammengerechnet 328.572 sogenannte „stille SMS“ versendet, um den Aufenthaltsort von Mobiltelefonnutzern zu eruieren. In der ersten Jahreshälfte 2013 lag diese Zahl bereits bei 264.648. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort des Bundesministeriums des Innern auf eine Anfrage aus der Bundestagsfraktion der Linken hervor.

Eine stille SMS bezeichnet die spezielle Form einer SMS. Diese Nachricht wird nicht auf dem Display des Mobiltelefons angezeigt und löst kein akustisches Signal aus, beim Mobilfunkanbieter fallen jedoch Verbindungsdaten an, die anschließend ausgewertet werden können.

Fleißigster behördlicher Nutzer dieses Dienstes ist die Zollverwaltung. Von ihren Behörden  wurden im Jahr 2012 199.023 Ortungsimpulse versendet und im ersten Halbjahr 2013 bereits 138.779.

Weiterhin erteilte das BMI Auskunft über den behördlichen Einsatz von „IMSI-Catchern“. Mittels dieser Geräte kann die auf der SIM-Karte eines Mobiltelefons gespeicherte International Mobile Subscriber Identity (IMSI) ausgelesen und der Standort eines Mobiltelefons innerhalb einer Funkzelle eingegrenzt werden. Auch hier ist der Zoll mit 73 Einsätzen in 2012 (2103 bislang 36) führend, das BKA kommt auf 53 (2013: 29) und die Bundespolizei auf 56 (2013: 32) Einsätze.

(08.09.2013/fgo)

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln