13. August 2015 - Test von WhatsApp & Co.

Stiftung Warentest bewertet Messenger

Gleich 9 verschiedene Messenger für das Smartphone hat die Stiftung Warentest miteinander verglichen. Der Test brachte einen bisher wenig bekannten Anbieter als Sieger ins Rampenlicht.

Mobile Apps: zukünftig bessere Zugriffskontrolle? Viele Messenger können beim Datenschutz nicht überzeugen (Bild: goldy / iStock / Thinkstock)

Instant Messenger gelten als praktisch und inzwischen auch als anerkanntes Kommunikationsinstrument für die Teamarbeit. Systemadministratoren sehen allerdings den ungehemmten Einsatz dieser Programme nicht besonders gern. Denn damit wird beispielsweise auch der Versand von Dokumenten (und damit möglicherweise von schützenswerten Daten) sehr einfach. Das betrifft sowohl die PC-Programme als auch die Apps aus dem Smartphone. Sie stellen eine Data-Loss-Prevention-Strategie auf die Probe.

Unabhängiger Test unter dem Aspekt des Datenschutzes

Gerade Datenschutz und Datensicherheit hat die Stiftung Warentest bei ihrem Vergleich von mobilen Messengern untersucht. Berücksichtigt wurden:

  • BlackBerry Messenger
  • Facebook Messenger
  • Hoccer
  • Line
  • TextSecure
  • ChatSecure
  • Threema
  • Viber
  • WhatsApp
  • Open Whisper

Die Tester untersuchten, wie gut die privaten Daten des Nutzers geschützt sind und wie einfach Dritte eventuell an die Daten des Anwenders gelangen.

Erneut schlechtes Zeugnis für WhatsApp

Bereits bei einem ersten Vergleichstest konnte die Stiftung Warentest dem beliebten Programm WhatsApp in Sachen Datenschutz bei Messengern keine guten Noten ausstellen. Zwar habe der Hersteller einige der Kritikpunkte inzwischen entschärft. Aber nach wie vor greife gerade WhatsApp tief in die Privatsphäre des Anwenders ein, z.B. durch:

  • Übermittlung des Nutzerstandorts
  • automatisches Einlesen des privaten Telefonbuchs

Das Telefonbuch des Anwenders lesen aber auch andere Apps aus. Das ist einerseits bequem, weil so schnell erkannt wird, welche Kontakte den gleichen Dienst nutzen. Allerdings lässt sich kaum überprüfen, ob dabei lediglich Namen und Telefonnummern genutzt oder ob die App auch noch andere Daten einliest.

Kaum Sicherheit gegenüber den Anbietern

Allen Programmen bescheinigten die Tester den Schutz der Privatsphäre gegenüber Dritten. Es ist für Unbefugte nicht möglich, Zugriff auf die Daten und Nachrichten zu erhalten. Das sieht ganz anders aus, wenn die Datensicherheit der App in Richtung auf den Anbieter untersucht wird. Nur wenige Apps lassen sich anonym nutzen. Die meisten erfordern die Anmeldung mit einem Benutzerkonto, das wenigstens aus der Kombination Mobilnummer + Passwort besteht.

Damit der Anbieter im Zweifel keine Kenntnis über die Gesprächsinhalte bekommt, müsste die Verbindung zwischen Absender und Empfänger der Nachrichten verschlüsselt sein (End-to-End-Verschlüsselung). Das bietet aber kaum ein Messenger.

Testsieger Hoccer, doch auch Threema mit guter Bewertung

Auf ganze Linie überzeugt haben die Tester zwei Apps:

  • Das bis dato eher unbekannte Hoccer (http://hoccer.com/de/) ermöglicht nicht nur die anonyme Nutzung, sondern bietet darüber hinaus auch eine vollständige Verschlüsselung der Kommunikation.
  • Fast genauso gut wurde Threema (https://threema.ch/de/) bewertet, dem die Tester einen gleichwertigen Bedienungskomfort wie WhatsApp bescheinigten.

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