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7. Dezember 2018 - Verbraucherschutz

Standortübermittlung: Täuscht Google seine Nutzer?

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Auf zwei Milliarden Smartphones soll Googles Betriebssystem Android installiert sein. Und dessen Standortinformationen sind gleich sieben europäischen Verbraucherschutzverbänden ein Dorn im Auge. Sie sind der Ansicht, dass Google gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstößt.

Google Standortübermittlung Immer wieder ein heißes Thema bei Daten- und Verbraucherschützern – die Standortdaten (Bild: alexey_boldin / iStock / Getty Images)

Die Verbraucherschutzverbände wollen wegen eines möglichen Datenmissbrauchs gegen Google vorgehen.

Die Verbände aus Norwegen, den Niederlanden, Griechenland, Tschechien, Slowenien, Polen und Schweden planen, bei ihren jeweiligen Datenschutzbehörden Beschwerde einzulegen. Das teilte der europäische Verbraucherschutzverband (BEUC) mit.

Die umstrittene Standortübermittlung

Anstoß der Kritik und Beschwerden ist die Sammlung von Standortdaten unter Android. Die Verbände vertreten die Ansicht, dass der Internetriese die gesammelten Daten für vielfältige Zwecke nutzt, darunter auch für gezielte Werbung.

Allerdings seien die Standardeinstellungen bei der Einrichtung eines Google-Kontos zum Teil sehr versteckt.

Streng genommen sehen die Verbände hier eine Täuschung der Anwender, da Google die Informationen zur Standortdatenerhebung verharmlost. Die Anwender würden durch die Gestaltung des Einstellungsprozesses geradezu verleitet, die Sammlung zu erlauben.

Möglicher Verstoß gegen die DSGVO

Hauptkritikpunkt ist indes, dass die Erhebung auch im Hintergrund stattfände, wenn die Nutzer gerade keine Dienste verwenden.

Tatsächlich arbeitete der norwegische Verband in einer Studie heraus, wie Android die Standortinformationen sammle. Der Konzern liefere keinen ausreichenden rechtlichen Grund, um die Daten zu verwenden. Das sei ein Verstoß gegen die DSGVO.

Verbände drängen auf „informierte Wahl“

Ziel der Beschwerden bei den lokalen Aufsichtsbehörden ist es, Google zu zwingen, Nutzern eine „informierte Wahl“ zu lassen. Das soll die Privatsphäre besser schützen.

Deswegen drängen die Verbände auf die Verhängung eines angemessenen Bußgeldes.

Google äußerte sich zu den Vorwürfen. Über einen Sprecher ließ das Unternehmen mitteilen, dass der Standortverlauf standardmäßig deaktiviert sei. Nutzer könnten die Einstellung jederzeit bearbeiten, löschen oder pausieren.

Stephan Lamprecht