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28. April 2017 - Datenschutz am Arbeitsplatz

Mitarbeiter gehen zu sorglos mit sensiblen Daten um

Zu großes Vertrauen, mangelndes Wissen über technische Abläufe oder schlichtweg Nachlässigkeit – rund drei Viertel aller Mitarbeiter in Unternehmen würden unter bestimmten Umständen vertrauliche Daten an unautorisierte Personen weitergeben.

Übergabe von vertraulichen Daten Unter bestimmten Voraussetzungen würden circa 75 Prozent aller Mitarbeiter vertrauliche Daten an nicht autorisierte Personen weitergeben. (Bild: Creatas / Creatas / Thinkstock )

Aktuelle Studie zum Umgang mit sensiblen Daten

Im Februar und März 2017 befragte Dimensional Research im Auftrag von Dell rund 2.600 Berufstätige aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern zu ihrer persönlichen Meinung in Sachen Datensicherheit.

Berufstätige aus Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan sowie Kanada und den USA haben teilgenommen.

Wenn der Chef es wünscht

Fazit der Umfrage: Die meisten Mitarbeiter würden unter bestimmten Bedingungen hochsensible Daten an unautorisierte Personen weitergeben.

Als Gründe hierfür haben die Befragten angeführt:

  • wenn ihre Vorgesetzten sie dazu auffordern (43 % weltweit, 51 % in Deutschland),
  • wenn sie das Risiko für das Unternehmen als sehr gering und den potenziellen Nutzen als sehr hoch einschätzten (23 % weltweit, 37 % in Deutschland),
  • wenn sich eigene Aufgaben dadurch effizienter erledigen lassen (22 % weltweit, 31 % in Deutschland) und
  • wenn der Empfänger der Daten damit seine Aufgaben effizienter erledigen kann (jeweils 13 %).

Wissensdefizite zu Kommunikationswegen

Beim Umgang mit vertraulichen Daten sind außerdem unsichere Praktiken weit verbreitet. Zudem sind viele Mitarbeiter nicht über die Risiken bei der Nutzung bestimmter Kommunikationswege informiert.

So räumten viele Studienteilnehmer ein,

  • über öffentliches WLAN auf sensible Unternehmensdaten zuzugreifen (46 % weltweit, 61 % in Deutschland),
  • private E-Mail-Konten für die Arbeit zu verwenden (50 % weltweit, 58 % in Deutschland),
  • am Arbeitsplatz Public-Cloud-Services wie Dropbox, Google Drive oder iCloud für Informationsaustausch oder Backups zu nutzen (56 % weltweit, 71 % in Deutschland),
  • vertrauliche Dokumente per E-Mail an Dienstleister und andere externe Partner zu verschicken (45 % weltweit, 53 % in Deutschland),
  • schon einmal ein Endgerät verloren zu haben, das sie auch für Arbeitszwecke genutzt haben (17 % weltweit, 24 % in Deutschland), oder
  • Unternehmensinformationen mitzunehmen, wenn sie ihre Arbeitgeber verlassen (36 % weltweit, 51 % in Deutschland).

Keine Scheu vor Verantwortung

Trotz dieser Defizite fühlen sich die meisten Mitarbeiter in hohem Grad für Datensicherheit verantwortlich und möchten ihr Unternehmen vor Schaden bewahren.

  • Fast zwei von drei Befragten (65 % weltweit, 64 % in Deutschland) sehen sich selbst verantwortlich, sich über mögliche Risiken und sichere Verhaltensweisen zu informieren, um vertrauliche Informationen zu schützen.
  • Nur 36 % (35 % in Deutschland) sind davon überzeugt, wirklich genau zu wissen, wie sie sensible Unternehmensinformationen schützen können.
  • 22 % (25 % in Deutschland) der Befragten befürchten, dass sie eines Tages aus Versehen einen Fehler begehen, der ihrem Unternehmen Schaden zufügt.
  • 21 % (26 % in Deutschland) berichten von Schwierigkeiten, mit den sich ständig ändernden Richtlinien Schritt zu halten.
  • 21 % (20 % in Deutschland) gaben an, dass die Security-Vorgaben ihrer IT-Abteilung sie in ihrer Arbeit behindern.

Daraus lässt sich schließen, dass die meisten Unternehmen Schulungen zum Thema Datensicherheit noch weitgehend vernachlässigen.

fgo

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