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So setzen Unternehmen die DSGVO um

Ein großer Teil der deutschen Unternehmen setzt bei der Umsetzung der DSGVO auf die Unterstützung von speziellen Softwarelösungen. Das hat der Branchenverband Bitkom im Rahmen einer Befragung herausgefunden.

Im Rahmen der repräsentativen Befragung wurden 503 für den Datenschutz verantwortliche Personen von Unternehmen aller Branchen telefonisch befragt.

Befragt wurden Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. Die Teilnehmer waren:

Laut der Umfrage nutzt fast jede zweite Firma in Deutschland Softwaretools zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordung (DSGVO).

Mehrheit ließ Tools anpassen

Der Großteil der befragten Firmen hat auf am Markt verfügbare Programme zurückgegriffen.

Für den Branchenverband Bitkom ist das Ergebnis nicht überraschend [1]. „Die umfangreichen Dokumentations- und Informationspflichten der DSGVO erzeugen hohe Aufwände in Unternehmen.“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

„Softwarelösungen helfen dabei, das gesamte Datenschutzmanagement effizient zu steuern und aktuell zu halten.”

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Bitkom wiederholt Forderung nach Anpassung

Im Zusammenhang mit der Vorstellung der Umfrageergebnisse hat der Verband seine Forderung nach Anpassungen der DSGVO wiederholt.

Aus Sicht von Bitkom sind mehr Klarheit und Vereinheitlichung der Auslegung in Europa sowie eine risikoorientierte Abstufung der Pflichten notwendig.

Zielführender wäre aus Sicht der Interessenvertretung, wenn Art und Umfang der Datenverarbeitung für die Anwendung der Regeln ausschlaggebend wäre.

Dazu führte Dehmel aus: „Die DSGVO hat einen grundsätzlichen Geburtsfehler: Sie unterscheidet nicht zwischen Vereinen, Startups oder Großkonzernen und nicht ausreichend zwischen den verschiedensten Datenverarbeitungsprozessen.”

Bremst die DSGVO Innovationen?

Aus ihrer Sicht werden somit alle Unternehmen über einen „regulatorischen Kamm geschert”. Im Namen des Verbands fordert sie eine bessere Nutzbarmachung von Daten im Forschungsbereich.

„Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz dürfen nicht durch starre Gesetze ausgebremst werden. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wird künftig entscheidend sein, wie wir Daten nutzbar machen.”

Wie der Schutz von personenbezogenen Daten in solchen Projekten aber konkret aussehen solle, ließ Frau Dehmel offen.

Zwar sprach sie sich dafür aus, dass die Privatsphäre auch bei Nutzung dieser Technologien sicher gewährleistet werden müsse. Dazu sei es erforderlich, technische Ansätze wie Pseudonymisierung und Anonymisierung zu fördern.

Angaben wer diese Förderung übernehmen solle, macht Bitkom in der Stellungnahme aber nicht.

Stephan Lamprecht